Sunday, September 25, 2016

Klarsicht

Wir haben die 30'000 km zwar noch nicht ganz voll, aber am Freitag brachte ich den Kürbis trotzdem in Service. Es war gerade gäbig, und ich wollte den K&N Luftfilter und den Rizoma-Bremsflüssigkeitsbehälter, schon lange besorgt, verbaut sehen. Ausserdem wars ein Jahr seit dem letzten Service und die KTM erinnerte mich bei jedem Start daran.

Wunderschön, so saubere Bremsflüssigkeit. Das alte Zeug war ziemlich bräunlich.
Mein Ersatztöff, um wieder in die Bude zu fahren, war eine Suzuki GSX-S1000F. Der Motor ist ganz okay. Mit einem anderen Auspuff wäre der Ton ganz passabel. Das Getriebe braucht beim Schalten prompt und viel Gas. Kurven fährt sie absolut linientreu und überraschend leichtfüssig, dafür, dass sie sich dermassen schwer anfühlt beim fahren. Aber das Aussehen... Sorry, Suzuki, das tut den Augen einfach weh. Da sind viel zu viele Grossrollergene da reingeraten.



Das Mäusekino ist 100% digital, extrem informativ aber die Infos muss man wissen wo suchen. Alle lästern über die Tipplastigkeit beim KTM-Instrument, aber ich ziehe jederzeit das textlastige Menu diesem Digi-Ratatouille vor. Ich gab die Suzuki gern wieder her.

Schon recht, wenn man nach zwei Jahren immer noch das Gefühl hat, man hat das beste gekauft was der Markt auf dem Segment zu bietet hat.

Saturday, September 24, 2016

Schwarze Scheiben



Das letzte Mal, dass der Süffel neue Bremsen bekam, war glaub ich vor drei Jahren. Nur vorne. Drei Jahre sind vielleicht 25'000 km... Und dabei hatte der alte Brummler noch verzogene Lenkgeometrie und so. Dementsprechend sahen die Scheiben und vor allem die Beläge aus.
Vorne links war der rechte Belag bis aufs Metall abgenutzt. Ganz übel

Die neuen Scheiben und Keramikbeläge kommen von BrakeMotive über ein E-Bay-Verkäufer. $97 dollar für das Set (und ca. nochmals so viel für den Versand und Importtaxen, aber das ist ja nachwie vor billig. Die schwerste Arbeit war das Runterfeilen von den Kanten an den beiden Führungssimsen (oder wie sie heissen), dor wo die Bremsbelagnasen anstehen. Die Simsen, vor allem die oberen, hatten tiefe Furchen drin, welche die Beläge festgehalten hätten.
Das Schwarz auf der Bremsfläche lässt sich recht locker mit WD-40 oder Bremsreiniger verschmieren. Wenn ich die Scheiben richtig einfahre sollte es sauber wegkommen. Das war zumindest die Behauptung des Herstellers. Ich bin gespannt wie lange diese Scheiben halten.



Die hinteren Trommelbremsen sind allerdings auch fällig. Für diese muss ich Material besorgen - neue Trommeln, neue Federn und Splinte, natürlich neue "Schuhe" (Beläge) und die Zylinder ersetzen wir auch gleich. Der Brüetsch hat zum Glück schon mal Trommelbremsen neu gebaut. Ich freue mich darauf, ein neues (oder besser, ganz altes) System kennenzulernen.

Sunday, September 18, 2016

Zehn Volt

Eigentlich wollte ich heute morgen mit dem Brummbär zu den Eltern fahren, dort die vorderen Bremsen wechseln und die hinteren anschauen damit ich weiss was ich bestellen muss, wenn die Räder schon weg sind die Winterfelgen montieren, die neuste Fehlermeldung auswerten, und schauen ob er wirklich soviel Öl frisst. (Nach der letzten Fahrt musste ich 1.5L nachfüllen.)
Das passierte alles nicht weil der alte Trotzkof nicht starten wollte. Mehr als ein schnelles "klackklackklack" war nicht aus ihm rauszuholen. Der Voltmeter zeigte um die 10V an.
Na gut. Die Batterie ist mindestens 8-jährig, steht teilweise monatelang ohne Schwebeladung, musste bei -20° und 35° starten...
Ladegerät angehängt, Bremsen halt holen gegangen (die kann man ja mal trotzdem montieren) und nach der Rückkehr schauen obs jetzt geht.
11.2V und "schwache Batterie" zeigte der Lasttest an. Starten wollte er nach wie vor nicht.
Neue Batterie, neuer Startermotor, und hoffentlich bleibt's dabei. Der Kerl hat mich dieses Jahr genug gekostet.


Sunday, August 21, 2016

Gespalten

Gestern Mittag war ich auf dem Weg in die Innerschweiz, bei Kollegen eingeladen. Wegen dem hübsch farbigen Wetterradarbild entschloss ich mich, dem Süffel wieder etwas Auslauf zu gönnen. Der V8 röhrte ganz zufrieden.
Kein Spritzwasser
In Sihlbrugg, etwa 500 Meter vor Autobahnanfang, bin ich in einer Autokolonne vor einer Ampel etwas fester auf die Bremse getreten, und plötzlich leuchtete das "Brake"-Licht grellrot, und das ABS-Zeichen gelb, und das Bremspedal hatte übel wenig Druck drauf.
Schaden gabs keins, und die 2 km zu einer Tankstelle in Baar (die ich sowieso anvisiert hatte) überstanden sowohl der Dodge wie auch alle andere Verkehrsteilnehmer unbeschadet, aber mei gibt das Fahren mit schwacher Bremse ein lausiges Gefühl.
Während dem Tanken bin ich mal unter dem Truck gekrochen, und fand überall Bremsflüssigkeit. Dafür, dass das Zeug so überall verteilt wurde konnte ich kaum glauben, dass das Reservoir noch halbvoll war.
Die Schadenstelle fand schlussament der Brüetsch, der mit Bremsreiniger, Kabelbinder, DOT4 und Werkzeug kam. (Es war gerade 12 Uhr gewesen; alle Werkstätten waren zu fürs Wochenende.)
Es hatte eine Metallleitung längs gespalten, bzw. der Rost hatte dem Druck wohl nicht mehr standgehalten. Wink mit dem Zaunpfahl, dass die dünnen Metallröhrchen nach 240'000 km ersetzt werden sollen.
Da war nix mit Strassenrandreparatur. Ich musste mein alter Brummbär abschleppen lassen.
Nun, sobald die Ersatzleitungen hier sind werde ich sehen, wie man an einem Auto die Dinger ersetzt. Beim Töff kenn ich's; immer wieder was neues...


Tuesday, August 9, 2016

Ins Bergell




Heute ist grau, neblig und durchgehend nass. Gestern war genau umgekehrt - blauer Himmel und über 30 Grad. Also ab auf die Strasse.
Ich führe eine Liste von Orten, die ich bei Gelegenheit - möglichst mit dem Moped - besuchen will. Dazu gehörte auch die Manufaktur von Soglio Produkten in Castasegna. Vor allem der Valser-Balsam und das Spirea Sport finde ich ausgezeichnet für müde und angespannte Muskeln nach dem Crossen oder einer langen Tour. Ausserdem haben sie zwei Parfüms die mir sehr gut gefallen. (Nein, Soglio sponsert mich nicht...)
Also, fahren und ein bisschen einkaufen - ist doch ein prima Plan. Und es war auch tatsächlich so. Verkehr gabs wenig - klar, an einem Arbeitstag während der Ferienzeit. Ich fuhr gemütlich und genoss die Landschaft - Lenzerheide, Julier, Maloja, halt in Promontogno auf einer Mauerruine um Zmittag zu essen. In Castasegna hatte der Laden noch nicht offen; deshalb ging ich noch einige Minuten in den Friedhof. (Mach ich immer gerne; Friedhöfe sind immer so hübsch ruhig und geflegt.)
Nach dem einkaufen überquerte ich die Grenze nach Italien und fuhr wieder mal den Splügen mit seinen wunderbar spannenden Tunnels und die furchtbaren Spitzkehren. Viamala, dann wieder nach Tiefcastel und von dort auf gleichem Weg nach Hause. Nach insgesamt 400 km hatte ich das neu erworbene Spirea Sport-Öl auch nötig... Ich muss den Sattel vom Beast neu aufpolstern lassen; so lässt sich's nicht mehr auf Dauer sitzen.

Tuesday, August 2, 2016

Grenzhopsen

Nachdem andere Pläne ins Wasser fielen (nicht wörtlich; das Wetter war nicht super aber besser als erwartet) verreiste ich gestern spontan zwei Tage ins Tirol.
Leichter Regen in Laterns; dicker Nebel der ennet dem Furkajoch schlagartig verschwand; mehr Nässe am Hochtannbergpass; ab Hahntennjoch trocken. Der Verkehr hielt sich in Grenzen; bzw. es gab immer wieder Platz zum Überholen. Nicht mal die vielen Niederländer konnten den Fahrfluss aufhalten.
Bummel in Mittenwald, dann zurück nach Österreich zum Übernachten.


Am nächsten Tag wars etwas wärmer. Ich fuhr nach Garmisch-Partenkirchen, dann Richtung Oberammergau. Halt in Ettal an einem Souvenir-Laden, wo der Betreiber GS-Fahrer ist und mir gleich Kaffee anbot und ein kleiner "Biker-Rabatt" auf mein Einkauf gewährte. Auf sein Vorschlag hin ging ich noch über die Strasse, das Kloster besichtigen.

Eigentlich würde ich gerne viel öfters anhalten während meinen Touren, Kirchen, Schlösser, Museen, schöne Häuser und alte Bauten ansehen. Aber wenn man am fahren ist und die Strasse so schön vor eim herschlängelt, und die Kurven geschmeidig abrollen - da bleib ich doch lieber im Sattel und geniesse den Schwung. Deshalb gibts auch so wenige Strassenfotos im Blog...
Nach Ettal bog ich links ab und fuhr dem Plansee entlang, eine wunderschöne kurvige Strecke die ich aber nur so halb geniessen konnte weil die Buell langsam etwas Schwerfällig tat und das Motorenlämpchen immer öfter und länger leuchtete. Ich wollte zumindest nach Reutte kommen bevor ich sie abstellte und kontrollierte.

Ich dachte fast, die Batterie hatte endlich das Zeitliche gesegnet. Es ist immerhin die gleiche die vor zwei Jahren in Italien mehrmals leergefahren wurde, und letzten Winter monatelang unangeschlossen rumstand... Aber nein. Die Pluspolshraub war nur losvibriert. TPS-Reset mittels abhängen, Schraube wieder satt rein, und Starter gedrückt.
Klumpf-klumpf-klumpf...
Na toll.
Auch mehrmalige Versuche brachten den Motor nicht zum Laufen. Ich dachte schon, ich müsse doch eine neue Batterie suchen gehen, also nahm ich den Sitz wieder ab und fotografierte die technischen Infos der originalen Harley-Zelle.
Dann drückte ich den Starterknopf nochmals... und der V2 bollerte freudig los. Das Motorlämpchen leuchtete in den nachfolgenden Stunden kein einziges Mal, und ich konnte meine Heimfahrt über Schwarzenberg bis Dornbirn voll geniessen.

Keine Ahnung was los war, aber in dem Alter darf man ein bisschen spinnen. Gell, Viecheli.

Sunday, July 31, 2016

Beggingen ganztags


Gestern war ich endlich wieder mal auf der Crosspiste - zum zweiten Mal dieses Jahr. Immerhin wollte ich den ganzen Tag bleiben - sechs Stunden Fahrmöglichkeit auf der schönen, staubigen Begginger Strecke. Ich hab schon mehrmals versucht, einen ganzen Tag zu bleiben. Aber immer kam mir was dazwischen, geplant oder spontan. Dieses Mal musste es doch klappen.
 
Brüetsch und Feuerwehrkollege kamen auch gleich mit. Als wir vor 9 Uhr eintrafen waren ein halbes Dutzend Fahrzeuge vor Ort. Es wurden auch im Verlauf des Tages nicht viel mehr. Darum mag ich Beggingen sehr. Die Piste ist lang, abwechslungsreich, gut gewartet, und nie voll.
Es dauerte recht lang, bis ich wieder ins Crossen reinkam, und ich bin ja auch an guten Tagen nicht schnell oder spektakulär. Aber es machte Spass, und ich wusste, dass ich am nächsten Tag einen anständigen Muskelkater haben würde. So soll es sein.
Ein sehr junger Fahrer war vor Ort mit seinem 85ccm Zweitakter; wenn er fuhr blieb ich draussen, um ihm zuzuschauen. Der war mit seiner Maschine eine Einheit; Kurven, Slides, Sprünge - alles machte er mit einer Freude und Leichtigkeit die mir noch weit entfernt ist. Bei Rennen fährt er mit Europameistern auf 450er mit...
Nach der zweistündigen Mittagspause hatte ich zuerst recht Mühe mit meinen Linsen, und musste auch mal rausfahren um Tropfen in die Augen zu tun. Nach sechs oder sieben Runden war ich aber - für meine Verhältnisse - wieder gut unterwegs.
Dann bemerkte ich plötzlich einen anderen Fahrer auf einem Tabletop, Arm in der Luft. Jemand war gestürzt, und der jemand war mein Kollege.
Irgendwie hatte er den Sprung schief angefahren, war falsch gelandet, die Maschine hats gedreht und er schlug mit Kopf und rechter Seite auf. Prellungen, blutiger Kinn, schmerzende Rippen - alles gar nicht schlimm, nur hatte er vor einigen Jahren schon mal einen Töffunfall mit Hornblutung als Folge. Als ihm im Verlauf der nächsten Stunde mal kotzübel wurde haben wir entschlossen, ins Spital zu fahren. Lieber abklären bevors zu spät ist.
Ich ging mit - ich traute ihm nicht zu, selber ins Spital zu fahren. Der Crosstag war für mich somit zu Ende, aber das war wichtiger. Und für was hat man Freunde, wenn sie eim nicht helfen wenns nötig ist?
Hensch, der Pistenbetreiber, fuhr uns voraus, auf direktem Weg nach Schaffhausen. Ich wusstegar nicht, dass es noch so viele unbefestigte Strassen gibt in der Schweiz die man auch legal befahren kann. Muss mal mit der BMW oder der KLX vom Brüetsch drüber.
In 20 Minuten waren wir in der Stadt, und der Untersuch konnte gemacht werden. Nach drei Stunden, die ich derweil mit einem Buch verbrachte - ich geh nie irgendwo hin ohne Lesematerial - wurden de Kollege entlassen mit Bericht, Schmerzmittel, und der freudigen Nachricht, dass er höchstwahrscheinlich keinen Kopfschaden davontrug. Prellungen auskurieren und gut ist. Da hatte er nochmals Glück...
Mal schauen, ob ich nächsten Samstag wieder auf die Piste kann. Irgendwann schaffe ich es doch sicherlich, einen ganzen Tag in Beggingen zu verbringen...