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Monday, May 25, 2015

Töffferien, die keine waren

 Es fing alles gut an - so die ersten 1-2 Stunden. Am Auffahrtsdonnerstag fuhren wir ab, der Brüetsch und ich, auf Buell und Benelli.
Der Benelli ging dann in Uri die Most aus. Tankanzeige defekt.
Na ja, halb so schlimm. Ich ging auf der Buell 750 mL holen (für irgendwas hat man eine Trinkflasche dabei, auch wenn sie nie mehr als Trinkflasche benutzt werden kann wenn mal Benzin drin war. Den Geruch kriegt man ums verrecken nicht weg). Oberalp und Lukmanier waren schön, wenn auch etwas verkehrreich. Man merkt dann beim Überholen-wollen auch den Unterschied zwischen 140 Italo-PS und die 100 der V2... Wenigstens wars trocken, und in Italien wurde es richtig warm und sonnig.
Am Nachmittag hatten wir die Berge vorerst hinter uns. Am ersten Tag wollten wir das Plateau möglichst überquert haben, um am Freitag Ligurien in Angriff nehmen zu können. So kam es dann auch, obwohl die Benelli die Diva ein zweites Mal raushängen liess und die Hauptsicherung verbratete. Der Brüetsch war so weitsichtig und hatte einen Ersatz mitgenommen, also war auch dieses Problem innerhalb einer Stunde behoben. Den Sicherungsdeckel liess er gleich weg, und ein Scheinwerfer hängte er ab, um die Sicherung zu schonen. Die zwei Ersatzsicherungen, die er  gleichentags in einem Baumarkt besorgte, wurden nicht mehr verwendet. Wenn er LEDs in die Scheinwerfer einbaut sollte die 30A-Sicherung auch heisses Wetter standhalten können.
Am ersten Abend übernachteten wir im Hotel Rallye in Voghera. Der Regen, der einsetzte, endete etwa gleichzeitig mit unserer Abreise am nächsten Morgen, und so konnten wir uns frohen Mutes in die Berge schwingen. Etappenziel war Florenz.
Der Brüetsch fand eine winzige, holprige Bergstrasse die uns einige schönen Aussichten beschehrte. Beim Rauffahren kam bei der Buell plötzlich die Motorlampe. Sie lief ganz normal also dachte ich nichts schlimmes dabei. Das US-Map, welches ich letztes Jahr draufmachen liess, macht immer wieder Probleme, und das Beast mag ja keine Feuchtigkeit... Ich dachte, es sei harmlos, wie üblich.
Wir machten Fotohalt, tankten in einem Bergkaff 100 Oktan, kamen wieder auf eine grössere Strasse... Es begann wieder grosse Tropfen zu regnen also hielten wir wieder an, damit ich mir meine Regenhosen über die Rokker-Jeans ziehen konnte. (Ja, ich toure in Jeans und Textiljacke. Spart einiges an andere Klamotten und ist super zum rumklettern oder mal durch ein Dorf schlendern, wenn wir irgendwo was entdecken welches ein Absteigen und Rumlaufen erfordert.)
Schwang mich wieder in den Sattel, drückte den Starter...
Kla-klack.
Und mehr war da nicht rauszuholen.
Die Batterie wars nicht; die wurde letztes Jahr gewechselt, und die Lämpchen leuchteten normal. Die Zündkerzen waren auch ganz frisch. Der Brüetsch zog sich Helm und Handschuhe aus und machte sich mal schlau - so gut es ging, ohne Multimeter.
Er hatte schlauerweise Kupferkabel - irgendwelche Audiokabel, die sich gut abisolieren liessen - eingerollte und mitgebracht. Mittels diesen stellten wir fest, dass meine Batterie Strom zog. (Die Benelli ist mittlerweile mit einem kraftvollen Lithium-Block ausgestattet. Ohne selbigen wäre die Reise wohl ganz anders verloffen.) Der Brüetsch sagte, das Problem sei entweder Stator oder Regler.
Die Benelli lud die Buell soweit, dass sie wieder starten konnte. Und wir fuhren weiter, einige Kilometer. Aber das Problem war nicht mehr wegzukriegen. Die Buell begann bald zu husten und zu spucken. Die Lämpchen wurden immer dunkler. Sie hatte kaum Leistung, aber manchmal kam sie doch wieder, wenn ich den Hahnen voll offen hatte... Es war stellenweise richtig gefährlich.
Irgendwann stellte de Motor einfach ab. Zum Glück rollten wir gerade bergab und ich konnte in eine Bucht rein. Dort verbrachten wir die nächsten 20 Minuten. Die Benelli lud die Buell und der Brüetsch checkte meine Sicherungen und sämtlich Stecker und Elektroleitungen durch.
Am Schluss waren wir uns einigermassen sicher, dass der Alternator schuld war. (Ich sehe gerne auf Vorrat schwarz, damit ich nicht frustriert bin wenn ich recht behalte und mich freuen kann, wenns doch nicht so schlimm ist.)
Das war keine Reparatur für den Strassenrand. Ich fand den nächsten Harley-Mech in Genua, etwa eine Stunde entfernt. Wir dachten, mit wiederholtem Laden würden wir es vielleicht schaffen. Es war Mittagszeit, und gemäss Internet hatte er werktags bis 19 Uhr offen, also sollte es zeitlich reichen.
Wir sammelten alles wieder ein und fuhren noch mal ab. 15 Minutes laden reichten schlussendlich für 15 Minuten Fahrt. Regenwolken sammelten sich langsam. Als der V2 dieses Mal starb steuerte ich das Beast zu einem Parkplatz am Strassenrand. Kilometer 69 der SS45, Ausfahrt Zerba. Und dort verbrachte ich die nächsten viereinhalb Stunden. Ich hatte natürlich ein Buch dabei, also war die Zeit nicht ganz verloren.
Ich telefonierte meine Versicherung, welche mir einen Abschleppdienst organisierten. Gar nicht so einfach, am Auffahrtswochenende. Es vergingen drei Stunden, bis der Lastwagen auftauchte.

Ich musste der Versicherung und den Abschleppern klarmachen, dass sie das Moped nicht dem nächstbesten Mech hinstellten, sondern dem Harley Mech in Genua. Auf Schweizerdeutsch geht es, aber ich lerne erst seit anfangs Jahr italienisch; mit den Abschleppern reden war schon schwieriger.
In der Zwischenzeit war der Brüetsch nach Genua gefahren und hatte uns einen rollenden Ersatz besorgt. Eine kleine graue Fiat 500, die ich sofort Maus taufte. Und mit dem Kärreli machten wir in den nächsten 6 Tagen über 2000 Kilometer.
Die Idee für diese Reise stammte aus dem Wunsch von mir, die verlassene Stadt Craco zu besuchen, ganz im Süden, in Kalabrien. Ich hab eine Faible für verlassene Orte, und nicht erst seit der Reise nach Pripyat und Tschernobyl letztes Jahr.







Auf dem Weg in den Süden sahen wir noch Florenz
Florenzer Wohnungen, am Aussenwand eine Brücke.



Rom
Ruine des Koliseum
den Vatikan
Der Platz vor dem Petersdom
 Anzio
Basilica di Santa Teresa
Napoli
Castello dell'Ovo
Pompeii
Badehause, eingangs der Ruinen
und kamen endlich nach Craco.
Die verlassene kalabrische Stadt
Die Buell war erst am Mittwoch wieder abholbereit, da der genuesische Mech über das ganze Auffahrtswochenende geschlossen hatte. Wir besuchten in der Zeit auch noch die verlassene, oder ehemals verlassene, Ortschaften


Sowie einige Burgruinen. Somit wurde eine regelrechte "Ruinen-Tour" draus. Das Reisen mit Auto hat halt den Vorteil, dass das fahren selber unwichtig ist, und man hat Zeit für anderes. Wir konnten die Ferien also doch geniessen, wenn auch nicht planmässig.

Wie gesagt, die Buell war am Mittwoch abholbereit. Dies, obwohl das Harley Verteilzentrum in Belgien einen falschen Regler geschickt hatte. Der Mech holte sich Erlaubnis von einem Kunden, den Regler eines verkauften XB12S zu nehmen und bei mir zu installieren, damit ich weiterfahren konnte. Das nenne ich Service.
Leider kehrte das Wetter gleich am nächsten Tag. Solange wir die Maus spazierenfuhren hatten wir blauen Himmel und Sonnenschein. Kaum waren wir wieder auf zwei Räder unterwegs goss es wie aus Kübeln. Seufz. Also machten wir uns auf dem Heimweg, ziemlich direkt, durch den Westen anstatt wie Südtirol, da sich dort die Wolken besonders dick stauten.
Der San Bernardino Pass war zu; aus der Gallerie des Tunnels sahen wir schneebedeckte Tannen. Und kalt war es. Da gab es keinen Grund, nicht drei Tage früher zu Hause einzutreffen.
Pessimistisch gesehen kann man sagen, ich fuhr nach Italien um den Regler ersetzen zu lassen. 1300 km nach neun Tage Ferien ist ein Witz - das schaff ich im Sommer normalerweise mit Pendeln und Wochenendausfahrten.
Aber optimistisch gesehen war's gar nicht schlecht. Die Versicherung zahlt den Mech, und mittels Maus konnten wir einiges anschauen, das wir sonst links liegen gelassen hätten. Und hey - ohne Töffklamotten habe ich tatsächlich etwas Bräune bekommen.

Thursday, October 9, 2014

Vieles neu macht der Oktober

Zumindest dieses Jahr, und zumindest beim Beast. Der 100'000er (analog zum 8000er auf dem revidierten Motor) wurde vorgezogen, weil die Kupplung nicht mehr sauber trennte.
Es stellte sich heraus, dass die Nase vom Primärdeckel abgebrochen war. Alterserscheinung. Lucky hatte sogar etwas davon erwähnt, aber ich sagte wir sollens sein lassen. Immerhin hats noch sechstausend km gehalten.
Also, Deckel gewechselt.




Die hintere Felge auch gleich. Nach verschiedenen Lagerschäden war der alte Achstunnel ausgeschlagen.





Die Rechnung für die ganzen Arbeiten - hier ist wieder mal ein grosses Lob an HD Zürich angebracht - ist natürlich heftig. Dafür sieht man dem Viecheli ihr Kilometer-Alter kaum an.

Thursday, September 11, 2014

Zu viel Drehmoment

...gibt's ja eigentlich nicht. Aber irgendwie doch.
Heute Morgen hatte ich kurz den Eindruck, dass das Beast plötzlich viel mehr zog unten raus. Auch bei gezogener Kupplung rollte sie geschmeidig unter Last... Ausserdem konnte ich bei drehendem Motor den Neutral nicht mehr finden, und der erste Gang lässt sich schwer oder gar nicht einlegen.
Tja, es dämmerte mir dann bald, dass nicht gut war. Irgendwas ist an der Kupplung abgenutzt; das lässt sich mit Kupplungszug einstellen nicht beheben. Der Lucky hat zwar Nadellager, Innenring und Dichtung von der Kupplung ersetzt, aber das ist irgendwas anderes. Mein Mech hat den Service nun vorgezogen - die Buell geht am 26.09. in Pflege, und bis dann wird sie nicht mehr gefahren. Sie hat 97'000 km auf die Uhr; ich finde dieses Problem bei der Laufleistung nicht tragisch.
Zum Glück hab ich ja noch einen Kürbis.

Tuesday, July 15, 2014

Willkommen zurück

Sauber
Welcome back, Beast. It's been way too long.

Wednesday, July 9, 2014

Murphy zum x-ten

Ich würd dem Kerl am liebsten den Hals umdrehen.
Heute Abend bei Vogel nachgehakt, ob ich den Beast morgen holen könne.
Der Bescheid: Unmöglich. Das Lambdasondenkabel, anfangs letzter Woche bestellt, kommt erst morgen, vielleicht Freitag. Wenn alles nacher wirklich gut lauft ist die Arbeit am Freitag, eher Samstag, fertig.
Für mich tönt das nach nächste Woche.
Fuck. This.

Monday, September 30, 2013

Balkan Tour - Schweiz-Rumänien

Zehn Tage. Zwölf Länder. Vier tausend dreihundert fünfzig Kilometer.

Am späten Nachmittag des 19. ging's los, zu dritt im Single Cab, mit Gepäck und zwei grosse Nicht-Tourer hinten auf der Ladefläche.

Der Brüetsch und sein Kollege wären wohl die Nacht durchgefahren aber ich weigerte mich. Wir waren in den Ferien und Stress hatte da nix verloren. Beim Stuttgarter Flughafen fuhr ich ab der Autobahn und besorgte uns ein Hotel. Wir waren am nächsten Morgen wieder unterwegs bevor's überhaupt hell wurde und am frühen Nachmittag am Ziel.

In Novi Sad wurden die Motorräder abgeladen und weggesperrt. Bacchus wurde dann erst Mal dem Lackierer vorgeführt.
Ich brauchte einige Zeit um mich für eine Farbe zu entscheiden. Logisch - Bacchus' Haube war voll mit Farbmustern. Die Idee mit roten Streifen auf schwarzem Grund wurde - erwartungsgemäss - verworfen. Zu normal. Die Farbe für die ich mich endlich entschied ist zwar nicht sofort auffällig, hat aber einen speziellen Effekt und wird auch gut als Basis funktionieren falls ich den Truck zwischendurch mit Folienverzierungen aufpeppen will. Und weil ich auf Streifen und Logos verzichtet kostet die Rundumerneuerung nur €2000, einige hundert weniger als ursprünglich angedacht.
Updates mit den Fortschritten des Lackierers folgen, wenn/falls ich Fotos bekomme.

Nachdem ich mich endlich für einen Lack entschieden hatte gingen wir zum Mech, der einen grossen Service durchführen wird. (Kostet in Serbien nur €250, also warum nicht?) Gruss, einmal rundum, und ich liess mein Auto in irgendeiner serbischen Einfahrt stehen. Wenn ein Kollege und der Brüetsch das ganze nicht schon mal durchgemacht hätten wäre mir ganz schön mulmig gewesen. Oder besser gesagt, ich hätte die Übung wohl gar nicht angebrochen.

Am Samstagmittag, nach einem kurzen Besuch am Platzmarkt, verabschiedeten wir uns vom Kollegen und liessen unsere Maschinen den Ostwind schnuppern. Am Abend zuvor in einer viel zu lauten Bar hatten wir uns entschieden, 800 Kilometer Umweg zu machen um den Drumul Transfagarasan in Rumänien zu fahren.





Auf den Weg dorthin besuchten wir Cugir, den Namensgeberort der rumänischen Kalaschnikow-Variante. Bei unserem Besuch war eine Roma-Festivität in vollem Gange, also mussten wir das Zentrum umfahren. Dafür sahen wir recht viel vom Städtchen und wurden wie überall im Land grinsend gegrüsst. BMWs gabs zu Hauf, und einige japanische Tourer, aber Sportmaschinen wie unsere sahen wir nirgendwo, und sie haben der Bevölkerung in jedem der besuchten Länder ziemlich viel Freude bereitet.






In Cugir suchten wir ein Strassen die auf meiner grossen Karte eingezeichnet war. Sie sollte südlich von der Stadt wegführen und später in eine Hauptstrasse eintreffen. In meiner transylvanischen Detailkarte war diese Route nicht drin - aus gutem Grund, siehe Bild. Solche Wege gibt's viele in Rumänien, und bei besserem Wetter/anderem Moped/mehr Zeit hätte ich gar nix dagegen, sie tagelang zu erforschen. Aber wir hatten ein Ziel und sind darum zurück auf die Hauptstrasse.



Von der Strasse in den Wolken selber habe ich leider keine gute Bilder weil es sehr neblig war. Oben am Pass hielten wir beim Markt an und kauften heisse Maiskolben als Handwärmer und zum Zmittag.

Ein rumänischer Junge starrte gebannt auf die Benelli bis ihn der Brüetsch ansprach, ob er darauf sitzen wolle. Der Junge holte sein Vater als Dolmetscher, da dieser etwas Englisch konnte, und so schwatzen wir noch einige Minuten bevors auf der Südseite den Berg hinab ging. Weiter unten gabs wieder Sonnenschein und trockene Strassen und wir konnten unsere Maschinen richtig ausfahren.

Wir blieben zwei Nächte in Rumänien. Am zweiten Abend waren wir in Bran, in einem Zimmer mit Sicht auf die berühmte Burg. Eigentlich wollten wir das Schloss besichtigen, merkten aber bei der Ankunft dass Rumänien in einer anderen Zeitzone ist und überhaupt war es spät. Am nächsten Morgen machte die Burg erst um Mittag auf; um die Zeit waren wir schon 200 km südlich, auf dem Weg nach Bulgarien.


Wir hielten kurz auf einem Parkplatz neben der Hauptstrasse um etwas zu trinken, Öl beim Beast nachzufüllen - sie hatte bereits tausend Kilometer hinter sich und brauchte dementsprechend wieder 300 mL - und die Beine ein bisschen zu vertreten. Streunende Hunde gibt es zu zehntausende in Rumänien; wo man auch hingeht verdreckte, kranke und verletzte Köter. In den vergammelten Flugzeugen die beim Parkplatz standen - keine Ahnung wieso die dort waren, aber als Ausstellungsstücke wurden sie nicht deponiert - hauste ein Mensch und ein Rudel der allgegenwärtige Streuner. Auf dem Parkplatz gab es ein Welpe, der nicht zum Rudel gehörte. Ich gab dem kleinen Kerl einen kurzen Kraul hinter den Ohren und er machte es sich sofort im Schatten der Buell bequem, während ich Öl nachleerte.

Die Streuner sind mir ziemlich egal und es ist wohl am besten wenn ihre Zahl zurückgeht. Aber ich hoffe doch, dieser Knäuel sieht ein nicht allzu hartes Leben entgegen. Ich wünschte ihm viel Glück, als wir uns wieder auf dem Weg machten.

An dem Tag brachten wir geschlagene 600 Kilometer hinter uns, wovon das meiste geraudeaus ging mit einem starken Wind von Nordwesten. Das Beast hatte gar keine Freude daran - ab andauernde 4000 Touren leuchtet die Motorenlampe. Wird wohl ein Zusammenhang mit dem Ölverlust haben, denn sie fährt sonst ganz normal für ihr Alter und schafft auch 160 km/h ohne mechanische Proteste. (Die knapp 90t km auf der Uhr lassen sich aber echt nicht mehr verleugnen...) So schafften wir es bis Nis, Serbien, nachdem wir ein Zipfel von Bulgarien durchquert hatten.

Ab dort geht's dann weiter im nächsten Berichtsabschnitt; für heute ist's genug.

Monday, August 12, 2013

Reifentest - Full Bore M-1

In letzter Zeit schreibe ich viel von der Piste. Die Buell wird schon nicht vernachlässigt, im Fall...


Das Beast hat wieder einen neuen Vorderpneu. Der letzte RoadAttack überlebte etwa 3500 km, also annehmbar üblich.
Da ich im Sommer jeden Monat einen neuen Vorderfinken brauche hab ich einige verschiedene Modelle fürs Lager bestellt, einfach um sie auszuprobieren. Vielleicht finde ich einen Pneu, der mir so gut passt wie die Z8 oder den RoadAttack.
Ich hab bei den günstigen Reifen angefangen und arbeite durch bis zum Pilot Road 3. Das ist der teuerste Pneu, den ich jeweils bestelle. Die Dunlops und Bridgestones für 180.- für vorne interessieren mich nicht - ich geb doch nicht so viel Geld aus für etwas wo nach zwei Wochen durch ist. Und das sind die Supersport-Reifen immer.
Also, das Beast fährt vorne Full Bore USA M-1. Die Beschreibung auf Reifendirekt ist voller Eigenlob - wie bei allen anderen Marken auch.
"Das FullboreUSA M-1 Street Profil ist für moderne Hochleistungsmotorräder gemacht. Perfekte Kombination aus Grip und Langlebigkeit zeichnen diesen Reifen aus. Dieser Multi-Sport-Motorradreifen bietet eine großartige Kombination aus Handling, Traktion, hoher Eigendämpfung, sehr guter Kontrollierbarkeit und einer hohen Langlebigkeit. Egal ob Kurven kratzen in der Freizeit oder der tägliche Weg zur Arbeit, der M-1 vereint beides zu einem erschwingliche Preis."
Blah blah. Aber schlecht ist der Gummi schon nicht. Gestern aufgezogen; nach dem Arbeitsweg heute ist der Angststreifen auf 1 cm runter und wird schrumpfen. Ich bin nicht sicher, ob ich beim Heizen (wie etwa im Schwarzwald) Vertrauen zu dem Reifen hätte; der Grip an den Flanken überzeugt mich (noch) nicht. Das ist vielleicht Kopfsache, oder evtl. sind die Ränder einfach nicht angeraut. Zum normal zügig pendeln taugt er jedenfalls genauso viel wie ein Conti. Wie er sich im Nassen verhält werde ich wahrscheinlich morgen erfahren. Eins bin ich mir jedoch sicher: Langlebig wird das Teil nicht sein. Dafür ist das Profil zu nieder. Ich gebs höchstens 2500 km.

Thursday, August 1, 2013

Silvretta

Blauer Himmel und Sonnenschein am Geburtstag der schönen Schweiz, und ich hatte frei. Da war eine Töfftour fast Pflicht - natürlich irgendwo im Ausland, wegen dem Verkehr und die garantierten Geschwindigkeitsmessungen an den üblichen vaterländischen Strecken...
Ich war letzte Woche zwei Mal im Schwarzwald, also ging's heute in die andere Richtung. Via Furkajoch nach Au im Vorarlberg, über den Hochtannbergpass nach Stanzach, von dort via Namlos - affengeile Strecke! - zum Fernpass. Und jetzt wo ich den Fernpass gefahren bin weiss ich aus eigener Erfahrung wieso man den Fernpass nicht fährt. Einige Lastwagen, mehrere Anhänger und viel zu viele Niederländer - da war überhaupt nix mit den schönen Kurven auskosten. Als auf den Wegweisern "Silvretta" und "Paznaun" standen war's dafür wieder schön. Und teuer.



Dass die 188 mautpflichtig ist weiss ich jetzt auch. €11 zum mit dem Motorrad drüber fahren ist Wucher. Aber was soll's. Man hat's ja, und die 400 km taten mir gut.
Morgen arbeite ich, und am nächsten Tag geht's zum zweiten Samstag in Folge auf die Motocrosspiste. Mir wär's recht, wenn dieser Sommer noch ein halbes Jahr andauern würde.



Friday, September 28, 2012

Alterserscheinungen

Einundsechzigtausendhundertfünfzig(ungrad) Kilometer hat das Beast im Moment auf dem Tacho. Acht Service hat sie hinter sich, etwa zwanzig Pneuwechsel, und unzählige Betriebsstunden. Vor allem letzteres merkt man ihr langsam an.
Heute Nachmittag gab's einen überfälligen Hinterpneuwechsel bei dem mir HD Zürich wieder einmal aus der Patsche half, nachdem ich versäumt hatte, die Profiltiefe am Hinterrad im Auge zu behalten, geschweige denn rechtzeitig eine 180er-Z8 zu bestellen. Dabei mussten wir feststellen, dass der rechte Gabelholm sifft.
Ja, ich weiss der vordere Pneu ist auch durch. Wird am Sonntag gewechselt.

Wohl erst seit heute, denn ich schaue ziemlich direkt auf die Gabel herunter wenn ich fahre, und obwohl die Maschine meistens recht dreckig ist, das Ölgeschmiere auf dem Holm und vor allem die Bremssattelbefestigung ist extrem. Das wäre mir aufgefallen, wenns schon früher schwarz gewesen wäre.
Die Übergangslösung heisst Lumpen drumwickeln und weiterfahren. In der dritten Oktoberwoche geht's dann zum neunten Service.




Beim Pneuwechsel wurde auch gleich ein neuer Beltpulley montiert. Eigentlich hatte ich das Teil bestellt, um es im Winter selber zu montieren, aber wenn das Rad doch schon draussen war...

Die Zähne des alten Pulleys waren inzwischen scharfkantig; überall gibt's silbrige Stellen wo die Beschichtung abgeplatzt ist.  Ein derart eingelaufenes Zahnrad setzt dem Belt natürlich zu. Risse bilden sich zwischen den Zähnen und die Kevlarlagen lösen sich von einander. Die sonst schon kurze Lebensdauer des Belts wird nochmals verkürzt.







 
Krumm wie ein Politiker
Eigentlich hatte ich schon einen Ersatz: ein gebrauchtes Pulley für $30 von E-Bay, die mir der Brüetsch aus den USA zurückbrachte. Nur...


Und darum gab's halt einen brandneuen Pulley für 225.- die momentan noch schön schwarz ist. Diese Zustand wird sich sicher bald ändern.

Monday, September 3, 2012

Alpengrollen 2012

Bei Abfahrt Sommer, bei Rückkehr Herbst, und dazwischen lagen sechs Tage Alpengrollen.

Das Gebiet: Die Dolomiten.
Das Epizentrum: Sporthotel Arabba.
Die Groller: 74 Buells, 1 Hypermotard, 1 KTM und eine alte Kawasaki.
Das Wetter: Sonnig, heiss, sonnig-dann-Regen, Regen, Regen, Regen-dann-sonnig.
Das Fazit: Hueregeil.


Das letzte Mal, als ich in den Dolomiten war, war 2010 bei der Rückreise von Weissensee. Mir hat’s dort irgendwo – den Pass weiss ich nicht mehr – bei einer lockeren Linkskehre geschmissen. Das Moped und ich sind etwa 30 Meter gerutscht, und zwei Tage später kassierte ich einen Rüffel von der Rennleitung weil der Spiegel fehlte, die Schwinge übel zerkratzt und das Beast über und über mit Dolomitendreck bekleckert war. Aber fahren tat sie noch. Ich ebenso, wenn auch mit blauen Flecken von der Hüfte bis zum Fuss.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Dolos sind mit einem Scheissbelag ausgestattet. Ich war vorgewarnt.
Die erste Erinnerung kam am ersten Tag als „meine“ Anfahrtsgruppe – SuperTTimmi, XBanane und ich – den Passo Pordoi überquerten, um zu unserem Hotel zu gelangen. Mir rutschte allpott das Hinterrad weg.
Am nächsten Tag, Mittwoch, machten wir eine 400 km Runde, und ich konnte das Driften üben. Am Anfang war‘s noch ganz lustig, aus der Kurve Gas zu geben, fühlen wie der Heck immer schräger wird und mal abwarten, wann der Z8 wieder greift. Aber auf Dauer isses mühsam. Vollgas liegt nicht drin, und der Grip kommt nicht unbedingt bevor die Strasse ausgeht.
Aber ich will mich nicht zu laut beklagen. Die Z8 hat gute Arbeit geleistet – im Gegensatz zur Pirelli Angel, die ich seit dem Rutscher in 2010 nicht mehr aufgezogen hatte – und wenn wir auch nicht Heizen konnten, wir waren zügig unterwegs. Die Dolos sind wie mein Hausgebiet, nur halt etwa 1000 Meter höher: Kurven ohne Ende, und an jeder Strasse gibt’s Abzweigungen die zu noch mehr Kurven führen.
Essen tut man auch gut, dort bei den Italienern. Das Hotel war einsam Spitze – edle Weine, feine Menüs und gute Bedienung. Die Regentage schlug ich mir mit einem Buch und einen Abstecher (im Bürgerkäfig) nach Venedig tot. Ich fahre ja genug das Jahr durch und komme öfters ins Nasse; da muss ich das nicht auch noch in den Ferien haben.
Die Landschaft ist ganz hübsch; die Parkplatzbelegung auch.

Obwohl ich nicht so viel fahren konnte/wollte wie geplant war ich ganz zufrieden mit dem Ganzen. Das Grollen ist für mich das jährliche Leistungscheck: Da kann ich meine Fortschritte beurteilen und sehen, wo’s noch hapert mit dem Können. Und ich muss sagen, seit dem Grollen 2010 hab ich einiges gelernt und verbessert. Meine Maschine ist auch standfester geworden. Das Beast hatte weder elektrische noch motorische Probleme, wir bauten keine Unfälle, und dass der Rizoma-Spiegel nach 57‘000 km nicht mehr hält, dafür kann die Buell nix. Auch nicht für die ausgebrannte H7, nach 15‘000 km und nur drei Monaten.
Am Sonntag war’s dann schon zu Ende, und die Groller fuhren im Regen ab. Das schlechte Wetter währte jedoch nicht; sobald wir ins südtirolische kamen konnten wir unsere Regenkombis abziehen und bei hängendem Gashand über die Passo del Tonale düsen.
Auer: Regenkombis wieder einpacken.
Den Bernina rauf haben wir etwa 40 BMW Z3s überholt, die Rennleitung hat uns – oder zumindest mich bis am Schluss – verschont, und mir konnte nicht mal der Nebel und das Nieselregen, die mich auf meinem Pass erwarteten, die gute Laune verderben.
Dem Wetter zum Trotz: Das Alpengrollen ist und bleibt ein Muss.

Friday, August 24, 2012

Aufbocken ohne Bock

Beim ersten selbergemachten Vorderpneuwechsel musste ich realisieren, dass ich kein Montageständer für vorne habe. Der Pneu musste aber unbedingt gewechselt werden.
Was tun?
Von oben her raufziehen! Ein Stahlseil ans Geländer der Scheunenrampe befestigt, eine dranhängende Kette mit alten Laken umwickeln und hinter der Buell-Gabel durchführen, und so konnte die Maschine gehoben werden. Pas de problem. Und nein, es hat weder Gabel noch Lenkkopf geschadet.

Der Hund ist beeindruckt. Oder will sie bloss ein Stöckchen?
Die Variante taugt aber natürlich nicht als Dauerlösung. Jetzt wo ich aber eine eigene Garage und Werkstatt habe, gehören Montageständer selbstverständlich dazu.

Saturday, July 21, 2012

Halbe Hunderttausend

Die 50t-Marke geknackt und nicht mal was bemerkt.

Die Uly hat nun alle drei ihrer Vorgängerinnen hinter sich gelassen was Laufleistung betrifft. Insgesamt hab ich jetzt 140,000 km auf Buells gemacht. Als ich die erste, die silbrige '06er XB9SX die jetzt bei Keppi gefightert wird, im Oktober 2007 entgegennahm hätte ich mir nie vorstellen können, was das Motorrad allgemein und die Marke im speziellen in meinem Leben bewirken würde.
Bin gespannt auf die nächsten fünfzigtausend Kilometer.

Monday, July 16, 2012

Lastesel

Nicht das Beast. Da passen keine Koffer dran und es bleibt keine Tasche angegurtet.
Aber ich, ich shoppe gern. Baumholder und Ramstein waren wieder angesagt. Hab zwar weniger gekauft als beim letzten Mal, dafür grad alles nach Hause geschleikt, doppelt beladen mit zwei Rucksäcken. (Letztes Mal liess ich eine grosse Kiste bei den Bekannten, voll mit Ware, welches nicht in den Rucksack passte.)
Überraschenderweise ging's besser als letztes Jahr. Ich weiss nicht, ob der 70-Liter-Rucksack leichter war; jedenfalls hatte ich nicht die Rückenschmerzen die mich bei der letzten Rückkehr dazu zwangen, alle 50 km anzuhalten und abzusteigen.

Das Wetter am Freitagabend war wechselhaft. Ich fuhr etwa zweieinhalb Stunden, teilweise im leichten Regen, bis knapp vor Offenburg. Dort nahm ich dann ein Zimmer im Landgasthof Kranz. Sehr zu empfehlen: freundliche Wirtin, schöne und komfortable Zimmer, Wetterschutz für die Maschine und gutes Essen.
Am nächsten Morgen regnete es immer noch, oder wieder, leicht. Bis zur französischen Grenze bei Strassbourg blieb ich einigermassen verschont von der Nässe. Dort holte mich der Regen ein, und zwar deftig. Pariser angezogen und so schnell wie möglich (auf Hauptstrassen; Autobahn ist mühsam) nach Norden. Erst in Rehweiler, ca. 30 km vom Ziel, konnte ich den Regenkombi wieder abziehen.
Heute konnte ich die rund 500 Kilometer nach Hause im Sonnenschein abspulen. Es ist aber nach wie vor viel zu kalt für Juli.
Bei meiner Ankunft kontrollierte ich mein Vorderpneu. Die Gummis sind seit den Pyrenäen drauf, also über 6000 km auf dem vorderen. Zu meiner Überraschung zeigt's noch Profil im legalen Rahmen; bis 1000 km liegen noch drin.
Ich glaube, Michelin hat wieder meine Beachtung. Hab die Marke mit dem PiPo abgeschworen, nachdem ein Satz nach 2000 km (also zwei Wochen) fertig war. Aber diese neuen Pilot Roads sind eine feine Sache.

Monday, June 4, 2012

Furkajoch

Am Samstagnachmittag noch kurz eine Tour ins Allgäu zu Manfred's Bikermühle. Auf direktem Weg anderthalb Stunden; ich habe mit zwei, zweieinhalb gerechnet. Schlussendlich waren's vier, weil ich lieber der Nase als einer Karte nachfahre. Und wenn unten am Pass "gesperrt" steht ist die Strasse oben tatsächlich nicht befahrbar. Blöd.

Sunday, June 3, 2012

Pyrenäentour 2012

Sechzehn Tage Töfffahren, 6000 Kilometer, sechs tolle Leute - bessere Ferien gibt's gar nicht.
Am Auffahrtdonnerstag um 9 Uhr hab ich Den Zürcher auf dem Albispass getroffen und ab ging's nach Bern. Das Beast hatte seit einer Woche einen neuen Satz Conti RoadAttacks aufgezogen, und vor zwei Tagen hatte ich eine Hecktasche gekauft. Ich versuchte zum ersten Mal eine Töfftour ohne alles Gepäck auf dem Rücken zu tragen. Ging vorerst auch gut.
In Bern holten wir den Röster ab; am Wochenend sollten uns die anderen drei in St. Cyprien treffen; sie würden mit dem Transporter anreisen.
Wir waren nicht mal ausser Landes als sich der erste Riemen meiner Hecktasche losflatterte. Toll. Röster ist auch Segler und machte die Sache wieder fest, aber in St. Cyprien ging ich mein Gepäck nochmal durch, nahm alles raus was ich nicht wirklich ums verrecken täglich definitiv brauchte - der Grossteil war Werkzeug und Ersatzteile - und fuhr dann nur mit dem Rucksack. Das Beast ist vielleicht eine Ulysses aber als Lastesel tut sie sich schwer.
Roter Vermouth und Abendsonne im Schloss Cardona.

Das Wetter war bei Abfahrt gut aber nicht grossartig; sie verschlechterte sich dann am Wochenende. Am ersten Tag gingen bei mir die Hinterradlager kaputt. Die Herren liessen sich den Ferien dadurch nicht vermiesen, machten 100 km kreuz und quer durch Lyon und fanden tatsächlich passende Lager, da der grosse Harley Mech sie nicht hatte. "Suitable for Mercedes-Benz" stand auf den Schachteln. €30 für zwei.
Bin ich froh um gute Freunde.
Es folgte grober Ölverlust beim M2 des Zürchers, was allerdings auch genug eingedämmt werden konnte um uns die rassige Weiterfahrt zu erlauben. Buell halt. Zwischendurch möchte man die Dinger schon bitten doch kurz auf BMW zu machen und mit den Faxen aufzuhören. Aber wenn die Problemanfälligkeit... Pardon, der Charakter nicht wäre müssten wir auf Ducati oder Moto Guzzi umsteigen. Gehört sich schon so.
Am Samstagabend nieselte es als wir - die Schraubergruppe - in St. Cyprien eintrafen wo sich die Busgruppe bereits bereits einquartiert hatte. Am nächsten Morgen war der Himmel immer noch grau. Wir hatten eigentlich bis in der Nähe von Barcelona gewollt, kamen aber nicht so weit. Wir verbrachten zwei Nächte in Cadaquès weil es sich schlichtwegs nicht lohnte, weiterzufahren. Röster und ich fanden am Montag etwas Sonne an der südliche Costa Brava; dafür war das Essen hundsmiserabel. Ab Dienstag lachte endlich die Sonne und die Ferien fingen so richtig an. Wir feierten das mit einer Übernachtung im Parador Schlosshotel in Cardona.
Für Den Zürcher war's dann aber bald auch wieder zu Ende: Beltriss. Er erlebte seine eigenen Abenteuer beim besorgen eines passenden Belts mit 133 Zähne, und nachher noch Vorderradlager, während wir weiterfuhren. Ich übernahm seine Aufgabe als Road Captain bis er in der zweiten Woche wieder zu uns stiess.

Am Freitag musste die Busgruppe wieder nach St. Cyprien, da waren's nur noch zwei kleine Buellfahrer. Röster und ich widmeten uns der Kultur: San Sebastian, Bilbao und Pamplona. 
Kilometer 300, oder so, zwischen San Sebastian und Bilbao.
Zwischen ersteren zwei Städte liegen 70 km Luftlinie - wir machten 400 und kamen in einer Stadt an die voll im Fussballfieber war. Jeder trug rotweisse Shirts oder Schals; Café-Tische waren rot-weiss gestreift; sogar Autos in den Schaufenstern wurden mit den Stadtfarben dekoriert. Es galt Bilbao gegen Barcelona. Barca gewann - natürlich. Auch recht - so konnten wir ausgeruht in den Freitag starten. Das war wichtig, denn am Mittag tauschten wir die Maschinen, und ich kam nudelfertig in Pamplona an. Eine S1 braucht schon ab Werk rechter Körpereinsatz beim fahren. Rösters S1 macht mit breitem, flachem Lenker gleich doppelt so viel Arbeit. Dafür hatte Röster einen gemütlichen Nachmittag auf dem breiten Sattel und sanften Fahrwerk des Beast.
Ich achtete nachher darauf, dass wir vermehrt Pausen machten.
Am Samstag trafen wir Den Zürcher dann in Lourdes; es ging langsam wieder Richtung Schweiz. Der Zürcher besuchte am Sonntagmorgen noch die Quelle des Wallfahrtsortes während Röster und ich Kurven wetzten. Und zwar dermassen, dass wir Mitte Nachmittag feststellen mussten, dass der Hinterreifen des S1 bis auf die Karkasse runtergefahren war. Frankreichs Bergstrassen sind mit einem Belag bedeckt der sich richtig in den Pneu verbeisst. Ich mag's nicht weil man darauf Kies und Splitt - und von dem Zeug gibt's in Frankreich viel zu viel auf den Strassen - kaum erkennen kann. Und es frisst wirklich saumässig Gummi. Vorläufiger Endstation: Seix.
Irgendwo im Aveyron
Mein Vorderfinken war auch ziemlich runter, also gab's am nächsten Tag grosses Pneuwechseln. Röster wechselte gleich beide; das Beast bekam vorne ein Pilot Road 3. (Hinten auch, ein Paar Tage später.) Wir trafen am Abend dann Den Zürcher in Carcassonne.
Fliegen, Öl und Dreck. Hat hart gearbeitet in den Ferien, das Beast.
Dort liessen wir's bleiben mit der Kultur und kamen am nächsten Morgen zeitig auf die Strasse. Der Zürcher übernahm wieder als Road Captain und wir waren plangemäss am Freitagnachmittag in Bern, wo wir uns verabschiedeten.
Nach Hinterpneuwechsel in Thun und Heimfahrt auf Umwegen - versteht sich - war's bald 21 Uhr, als das Beast und ich vor der heimischen Garage standen. Ich hätte locker noch eine Woche anhängen können, aber am Samstag war Dienst angesagt, und morgen geht's wieder normal zur Arbeit. Wahrscheinlich im Regen.
Macht nix. Die spanische Sonne wird mir noch eine ganze Weile in guter Erinnerung bleiben.


Sunday, May 13, 2012

Service auch am Sonntag

Ich wollte heute eigentlich den Belt auf dem Beast wechseln, zusammen mit dem Brüetsch. Der jetzige Antriebsriemen hat 24'000 km hinter sich und zeigt Risse auf der Oberfläche und Verfransungen am Rand. Eigentlich sollen die Dinger bis zu 60'000 km halten - hab ich zumindest irgendwo gelesen - aber meine reissen in der Regel nach 13 bis 20 tausend km und meistens im Frühling. Ich trau diesem nicht die 4500 km in den Pyrenäen und Spanien auszuhalten. Lieber vorher wechseln.
Nur hatte mir mein Mech leider der falsche Belt besorgt, und zwar derjenige mit 128 Zähne, der auf die Lightnings und Firebolts passt. Die Uly und die Ss haben längere Schwingen und benötigen 135-Zahn-Riemen.
Grummeln, fluchen, überlegen, wo man wohl ein Uly-Belt noch bekommt. Am Donnerstag fahren wir ab; montags haben sämtliche HD-Händler geschlossen und es paltet eh keiner Buell-Riemen auf Lager.
Ich habe eine Natelnummer von Daniela von HD Zürich. Es widerstrebt mir zwar, Leute an einem Sonntag zu stören, aber das war ein Notfall. Ich sandte ihr ein SMS und dachte, das ist sicher ein Geschäftsnatel; vielleicht sieht sie's am Montag und kann ein Paar Minuten an ihrem Ruhetag für mich investieren damit ich doch den richtigen Riemen bekomme.
Nach fünf Minuten hatte ich eine Antwort. HD Zürich gibt alles; ich bekomme morgen Bescheid.

Töfffahrer fluchen gerne über Mechs; Buellfahrer umso lieber über Harley-Mechs. Aber ich muss sagen, HD Zürich imponiert mich immer wieder mit ihrem tollen Service. Ich bin seit fünf Jahren Kunde und seit fünf Jahren zu 100% zufrieden.

Sunday, April 1, 2012

Kalte Sonne

Endlich fertig mit dem Schneefall, mehr oder weniger. Klar, ich hab noch meterhohe Wände bei mir, aber die Strassen sind endlich trocken am Morgen und ich höre wieder Töffs durchfahren am Wochenende.
Heute morgen bin ich meine UHU (ums Huus ume)-Runde abgefahren. Bin um 10 Uhr 30 abgefahren; der Schnee, mit dem die Vorhersage gedroht hatte, war weggeblieben, aber dafür war es verhangen und recht kalt. Ich hätte wohl mit dem Textilkombi ausfahren sollen, aber ich hab' mich für meine Icon-Sachen entschieden. Zwischendurch, um Altstätten, war die Sonne stark und die Luft etwas milder. Aber bis ich nach kurze 120 km wieder zu Hause war hatte ich trotz Heizgriffe auf Stufe zwei richtig kalte Tappen.
Dafür gab's kaum Verkehr. In Appenzell sah ich zwei Buells; sonst kreuzte ich höchstens drei andere Mopeds.
Jetzt, Mitte Nachmittag, die Sonne draussen und die Motorräder in voller Fahrt. Aber kalt ist es trotzdem.

Morgen wird's besser sein. Am Morgen kühl, dafür freu ich mich immer riesig auf die Heimfahrt auf Umwegen, denn am Nachmittag ist's schön warm.

Monday, August 8, 2011

Neues Gesicht

Raphaela Mundwiler hatt innerhalb von 10 Tagen das neue Gesicht des neuen Beasts geschaffen. Sie hat sich dabei erlaubt, ein anderes Blau und ein anderer Blitz-Stil erlaubt. Nach dreimal das gleiche ganz verständlich. Ich find's toll. Es passt zum Icon Helm.
Falls wir je wieder anständig Sonne sehen gibt's andere Bilder. Das Blau hat im Sonnenlicht wunderschöne Highlights drin.
Am Donnerstag fängt der Heckumbau an. Wenn das nächste Woche fertig ist bleibt dann nur noch, die Fussrasteranlage zu verkleinern, aber das eilt mir nicht.
Ich freue mich, meine markante Maschine wieder zu haben. So langsam kann ich endgültig mit Sardinien und Beast Nr. 3 abschliessen.