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Monday, January 18, 2016

Ausrede

Brüetsch beschwerte sich dass der Blog vernachlässigt wird. Recht hat er. Ich bin dieses Jahr zwar noch nicht Töff gefahren (ich finds halt nicht mehr so spannend, wenn die Strassen zwar frei sind aber vor Frost glänzen. Ich werd langsam faul und weich, glaub ich), aber man würde meinen dann wäre wenigstens in der Garage was los.
Nun ja, ich war dieses Jahr auch noch nicht in der Garage. Dabei hätte ich für die KTM einen neuen K&N Luftfilter, und ich wollte/will diesen Winter die Bremsflüssigkeit (und der Behälter dazu) ersetzen.
Aber hey, der Winter hat erst gerade am Donnerstag so richtig Einzug gehalten, mit bis zu anderthalb Meter Schnee um mein Zuhause. Die Strassen sehen entsprechend aus...
Ohne spikes? Ohne mich!
Eben. 4x4 oder Allrad und gut is'. Der Luftfilter wird schon noch gemacht.

Wednesday, April 8, 2015

Frühlingsgefühle







Sonnenschein! Plustemperaturen! Trockene Strassen! Endlich wieder richtige Schräglagen hinbringen!
Boah, hat mir die Heimfahrt heute gutgetan.
Hab diverse Ablängerungen genommen - Sternenberg (stellenweise Splitt), Hulftegg (nach wie vor 'ne Holperpiste), Reiterberg (mm, die Aussicht). 150 km. Und jeder einzelner davon genossen.

Blauer Himmel, grüne Wiesen. Schöööööön.
Am Sonntag meinte der Brüetsch noch, "Du fährst zu viel im Winter; hast ja überhaupt kein Vertrauen zu der Strasse." Das stimmt; solange der Asphalt kalt und nass ist fahre ich wie ein Löli. Mit eisigen und schneebedeckten Strassen kenn ich mich aus. Das prägt, macht mich vorsichtig, sogar übervorsichtig... Aber dann es gibt jedes Jahr wieder ein Tag wie heute, wo der Schalter im Kopf umstellt, das Vertrauen und die Fähigkeiten wieder da sind, und es mir absolut wurst ist ob der Hinterreifen rutscht und der Vorderreifen beim beschleunigen durch ein Holperloch steigt und um sich schlägt. Gas geben, die Pferdchen spüren, mit Schwung durch die Kurven. Von neuem merken, wieso die Sucht den Winter durch anhält, und auf was das ich mich jeden Tag wieder freue. Morgen gibts nochmal so 'ne Tour. Am Freitag auch. Am Samstag geht's in den Schwarzwald.
Der Frühling ist richtig angekommen, und ich kann wieder richtig fahren.
Ein bisschen Winter noch fürs Foto.

S Läbe isch scho hüne schön.

Sunday, March 8, 2015

Die Leistungsmarke


Es hat ein Jahr länger gedauert, als ich erwartet hatte, aber heute auf dem Sternenberg machten wir die hunderttausend endlich voll. 46 Monate haben wir dazu gebraucht. 40, wenn man das halbe Jahr für die Motorrevision abzieht.

Gut gemacht, Beast. Ich freue much auf die nächsten 100'000 Kilometer mit dir.

Sunday, November 16, 2014

Kalte Schönheit



Der Föhn ist weg. Ich hab jetzt zwar den Kürbis draussen, aber wenn ich das nächste Mal nach Hause komme wirds mit dem Dodge sein. Wobei, ich kann mich nicht wirklich beklagen. Mitte November vorbei und immer noch grüne Wiese ums Haus rum - das ist nicht übel.

Thursday, October 23, 2014

Plötzlich weiss

Das war gestern. Heute morgen hatte es 15cm mehr von dem Zeug...

Tuesday, September 16, 2014

Abendsonne

Der schönste Pendelweg der Welt.

Sunday, October 13, 2013

Thursday, August 1, 2013

Silvretta

Blauer Himmel und Sonnenschein am Geburtstag der schönen Schweiz, und ich hatte frei. Da war eine Töfftour fast Pflicht - natürlich irgendwo im Ausland, wegen dem Verkehr und die garantierten Geschwindigkeitsmessungen an den üblichen vaterländischen Strecken...
Ich war letzte Woche zwei Mal im Schwarzwald, also ging's heute in die andere Richtung. Via Furkajoch nach Au im Vorarlberg, über den Hochtannbergpass nach Stanzach, von dort via Namlos - affengeile Strecke! - zum Fernpass. Und jetzt wo ich den Fernpass gefahren bin weiss ich aus eigener Erfahrung wieso man den Fernpass nicht fährt. Einige Lastwagen, mehrere Anhänger und viel zu viele Niederländer - da war überhaupt nix mit den schönen Kurven auskosten. Als auf den Wegweisern "Silvretta" und "Paznaun" standen war's dafür wieder schön. Und teuer.



Dass die 188 mautpflichtig ist weiss ich jetzt auch. €11 zum mit dem Motorrad drüber fahren ist Wucher. Aber was soll's. Man hat's ja, und die 400 km taten mir gut.
Morgen arbeite ich, und am nächsten Tag geht's zum zweiten Samstag in Folge auf die Motocrosspiste. Mir wär's recht, wenn dieser Sommer noch ein halbes Jahr andauern würde.



Tuesday, July 9, 2013

Drei Tage Italien

Die grossen Töffferien sind dieses Jahr bisher etwas auf der Strecke geblieben. Mindestens ein Italien-Wochenende per annum ist aber Pflicht. Ich freute mich extrem auf den vergangenen Freitag. Die Wettervorhersage konnte nicht besser sein. Das Beast hatte genug Öl in der Schwinge, vörig Profil auf den Gummis, und war frisch ab Service. Hopp, über den Julier, dann der Maloja, der endlich Baustellen-frei ist. Schöner Pass, der Maloja. Den bin ich zuletzt vor zwei Jahren gefahren.
Eigentlich hatte ich vor gehabt, im Südtirol und dem Trentin rumzukurven, ohne Reiseziel. Aus Neugierde hab' ich dann am Vorabend die Entfernung nach Pisa und Florenz nachgeschaut. Ich war noch nie in den beiden Städten, und 641 km (ohne Autobahn, aber sonst möglichst direkte Anfahrt) dünkten mich machbar.
Aber das war natürlich etwas sehr optimistisch. Am Freitagabend um 1800 Uhr hatte ich erst 550 km und die Po-Ebene hinter mir. Ich wäre fast auf der Autobahn zwischen Bergamo und Brescia eingeschlafen und war ziemlich mürrisch.
Also wieder Planänderung. Einkehr in einem Viersternehotel, ein feines Nachtessen, und ich fühlte mich schon wieder besser.




Am nächsten Morgen ging's zurück über die Po-Ebene, und per Zufall bzw. falscher Strassenwahl an die Ostseite des Gardasees. Auch recht. Die Westseite kenne ich gut; auf der Ostseite bin ich bisher nie gefahren. Dabei ist sie genau so schön und viel weniger befahren als das Gebiet um den Lago d'Idro.
Kein Wunder auch, bei den winzigen, holprigen Strassen des Valpolicella. Ich hatte einen Riesenspass an dem Gebiet.
Nach 350 km nahm ich mir in Rovereto ein Hotel. Am Gardasee hatte es viel zu viele Leute, und Rovereto war ein guter Ausgangspunkt für die Heimfahrt am Sonntag.




Der Passo di Tonale musste ich auslassen weil die Tagestour sonst zu kurz gewesen wäre, aber der Passo Vivione konnte ich nochmals unter die Räder nehmen. Dann Aprica, Bernina, Albula... Ich kam gut vorwärts; dachte, ich werde um 18 Uhr zu Hause sein, bevor das Sommergewitter über mein Berg losbricht. Ehem. Und dann stand "Landeck" und "Reschenpass" angeschrieben und ich war in Österreich. Ich hatte im Hitze des Strassenkampfs noch den Flüela genommen.
Tja. Schlussendlich waren es 650 km Tagesdistanz, bis das Beast unter den heimische Balkon (des Nachbarhauses) stand, und wir waren sogar beide trocken. Der Wolkenbruch in Österreich passierte genau über den Bregenzer Strassentunnel. Üblicherweise hab' ich nicht so viel Glück mit dem Wetter.

San Francesco, Valpolicella

Italien ist und bleibt mein Lieblingsland zum Töff fahren. 

Saturday, March 16, 2013

Camaro SS

Anfangs Monat war ich eine Woche in L.A. Ich hatte bei Avis ein Auto der Kategorie "Premium" gemietet, aber der Mitarbeiter machte mich auf die Manager Specials aufmerksam. Für ein Paar hundert Dollar mehr konnte ich etwas richtig sportliches mit nach Hause nehmen... Aufgelistet waren Mustang, Challenger, Camaro, Corvette, BMW und Volvo.
Die letzteren zwei waren natürlich keine Option, obwohl die BMW eine M war. Nö, da sollte American Muscle her.
Corvette war keines vorhanden. Der Challenger R/T tönte zwar am aggressivsten, aber ich nahm am Schluss die Camaro. 6.2 Liter Hubraum, 405 Pferde, rot, mit blauer Innenbeleuchtung. Einfach wunderschön. Die einzige Unvollkommenheit war das Getriebe: Automat. Aber immerhin mit Wippschaltung, und die Sache tat meiner Freude kein Abbruch.
Städte sind nicht so mein Ding, vor allem nicht riesige Metropole wie L.A. Ich war seit fünf Jahren nicht mehr in den USA gewesen, und das war das erste Mal, dass ich ganz auf mich gestellt war. Aber die Nervösität verflüchtigte sich bevor ich vom Avis-Parkplatz weg war. Ich hatte eine Reisebegleiterin der feinsten Art.

Keine 24 Stunden nachdem ich die Camaro bekam wurde ich auf der 118 von der Highway Patrol gestoppt. 80 Stundenmeilen in einer 65er Zone - ich hatte die gleiche Geschwindigkeit drauf wie alle anderen.
Einheimischen sagten mir, dass ich bloss wegen dem Auto und der blonden Haare herausgefischt wurde. Gut möglich, denn der nette junge Herr in Uniform liess mich mit einer Verwarnung und eine Erklärung der kalifornischen Geschwindigkeitsbeschränkungen weiterfahren.
Ich schaute nachher öfters aufs Tacho, zumindest auf den Freeways und Interstates. Aber bei den Roadtrips nach Big Bear,
Downtown Big Bear

Yucca Valley,
California backroads

Joshua Tree, Las Vegas und Death Valley, als die Strassen eng und verlassen wurden, da war kein Halten mehr. Die Camaro hat ein wunderbares Kurvenverhalten - sehr stabil im Drift, wie auf Schienen in der Kurve, vörig Power, und ab 3000 Touren ein furioses Grollen im Motor. V8 ist nicht gleich V8, und ich hatte noch nie so Freude an vier Rädern.






Über die Sierra Nevadas kamen wir in Schnee

Rainy season in Death Valley










 
und in Death Valley navigierten wir durch überflutete Strassen. Mit richtigem Handling meisterte die Camaro aber auch diese Strapazen ohne weiteres. Sie war am Abend halt einfach braun statt rot.




 



Nachdem wir aus Death Valley rauskamen wurden die Strassen langsam trocken und die Landschaft noch karger.

Ich glaube, es vergehen diesmal keine fünf Jahre bis ich mein zweites Heimatland wieder besuche.
(Gugge da. Die Camaro hat sogar etwas Patriotismus in mir geweckt.)




Denn so ist's mir am wöhlsten. Ein Muscle Car, ich solo und eine Strasse nach irgendwo.

Saturday, December 1, 2012

Weissmantel

Ganz hübsch.


Von mir aus darf's jetzt Sommer werden.

Thursday, October 25, 2012

Abendnebel

Die Mörgen werden immer kühler. Der Nebel wird immer dichter, und bleibt länger liegen. Ab Samstag gesellt sich der Schnee dazu.

Was macht die XR im Foto? Die ist bis auf weiteres bei mir, als Beast-Ersatz. Das äussere Teil (das richtige Wort dafür fällt mir nicht grad ein) vom rechten Gabelholm wurde dermassen vom Bremskabel angescheuert dass es ersetzt wird. Der Lenkkopflager ist auch durch. Und es wurden die falschen Simmerringe geliefert. Derweil hat Harley Lieferschwierigkeiten. Die Teile sollen erst am 5. November Belgien verlassen.
Da es aber nicht mehr Sommer ist, taugt die XR alleweil zum Pendeln. Ab morgen nächtigt sie in der Talgarage, die übrigens immer noch einen gescheiten Namen braucht.

Monday, September 3, 2012

Alpengrollen 2012

Bei Abfahrt Sommer, bei Rückkehr Herbst, und dazwischen lagen sechs Tage Alpengrollen.

Das Gebiet: Die Dolomiten.
Das Epizentrum: Sporthotel Arabba.
Die Groller: 74 Buells, 1 Hypermotard, 1 KTM und eine alte Kawasaki.
Das Wetter: Sonnig, heiss, sonnig-dann-Regen, Regen, Regen, Regen-dann-sonnig.
Das Fazit: Hueregeil.


Das letzte Mal, als ich in den Dolomiten war, war 2010 bei der Rückreise von Weissensee. Mir hat’s dort irgendwo – den Pass weiss ich nicht mehr – bei einer lockeren Linkskehre geschmissen. Das Moped und ich sind etwa 30 Meter gerutscht, und zwei Tage später kassierte ich einen Rüffel von der Rennleitung weil der Spiegel fehlte, die Schwinge übel zerkratzt und das Beast über und über mit Dolomitendreck bekleckert war. Aber fahren tat sie noch. Ich ebenso, wenn auch mit blauen Flecken von der Hüfte bis zum Fuss.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Dolos sind mit einem Scheissbelag ausgestattet. Ich war vorgewarnt.
Die erste Erinnerung kam am ersten Tag als „meine“ Anfahrtsgruppe – SuperTTimmi, XBanane und ich – den Passo Pordoi überquerten, um zu unserem Hotel zu gelangen. Mir rutschte allpott das Hinterrad weg.
Am nächsten Tag, Mittwoch, machten wir eine 400 km Runde, und ich konnte das Driften üben. Am Anfang war‘s noch ganz lustig, aus der Kurve Gas zu geben, fühlen wie der Heck immer schräger wird und mal abwarten, wann der Z8 wieder greift. Aber auf Dauer isses mühsam. Vollgas liegt nicht drin, und der Grip kommt nicht unbedingt bevor die Strasse ausgeht.
Aber ich will mich nicht zu laut beklagen. Die Z8 hat gute Arbeit geleistet – im Gegensatz zur Pirelli Angel, die ich seit dem Rutscher in 2010 nicht mehr aufgezogen hatte – und wenn wir auch nicht Heizen konnten, wir waren zügig unterwegs. Die Dolos sind wie mein Hausgebiet, nur halt etwa 1000 Meter höher: Kurven ohne Ende, und an jeder Strasse gibt’s Abzweigungen die zu noch mehr Kurven führen.
Essen tut man auch gut, dort bei den Italienern. Das Hotel war einsam Spitze – edle Weine, feine Menüs und gute Bedienung. Die Regentage schlug ich mir mit einem Buch und einen Abstecher (im Bürgerkäfig) nach Venedig tot. Ich fahre ja genug das Jahr durch und komme öfters ins Nasse; da muss ich das nicht auch noch in den Ferien haben.
Die Landschaft ist ganz hübsch; die Parkplatzbelegung auch.

Obwohl ich nicht so viel fahren konnte/wollte wie geplant war ich ganz zufrieden mit dem Ganzen. Das Grollen ist für mich das jährliche Leistungscheck: Da kann ich meine Fortschritte beurteilen und sehen, wo’s noch hapert mit dem Können. Und ich muss sagen, seit dem Grollen 2010 hab ich einiges gelernt und verbessert. Meine Maschine ist auch standfester geworden. Das Beast hatte weder elektrische noch motorische Probleme, wir bauten keine Unfälle, und dass der Rizoma-Spiegel nach 57‘000 km nicht mehr hält, dafür kann die Buell nix. Auch nicht für die ausgebrannte H7, nach 15‘000 km und nur drei Monaten.
Am Sonntag war’s dann schon zu Ende, und die Groller fuhren im Regen ab. Das schlechte Wetter währte jedoch nicht; sobald wir ins südtirolische kamen konnten wir unsere Regenkombis abziehen und bei hängendem Gashand über die Passo del Tonale düsen.
Auer: Regenkombis wieder einpacken.
Den Bernina rauf haben wir etwa 40 BMW Z3s überholt, die Rennleitung hat uns – oder zumindest mich bis am Schluss – verschont, und mir konnte nicht mal der Nebel und das Nieselregen, die mich auf meinem Pass erwarteten, die gute Laune verderben.
Dem Wetter zum Trotz: Das Alpengrollen ist und bleibt ein Muss.

Monday, June 4, 2012

Furkajoch

Am Samstagnachmittag noch kurz eine Tour ins Allgäu zu Manfred's Bikermühle. Auf direktem Weg anderthalb Stunden; ich habe mit zwei, zweieinhalb gerechnet. Schlussendlich waren's vier, weil ich lieber der Nase als einer Karte nachfahre. Und wenn unten am Pass "gesperrt" steht ist die Strasse oben tatsächlich nicht befahrbar. Blöd.

Sunday, June 3, 2012

Pyrenäentour 2012

Sechzehn Tage Töfffahren, 6000 Kilometer, sechs tolle Leute - bessere Ferien gibt's gar nicht.
Am Auffahrtdonnerstag um 9 Uhr hab ich Den Zürcher auf dem Albispass getroffen und ab ging's nach Bern. Das Beast hatte seit einer Woche einen neuen Satz Conti RoadAttacks aufgezogen, und vor zwei Tagen hatte ich eine Hecktasche gekauft. Ich versuchte zum ersten Mal eine Töfftour ohne alles Gepäck auf dem Rücken zu tragen. Ging vorerst auch gut.
In Bern holten wir den Röster ab; am Wochenend sollten uns die anderen drei in St. Cyprien treffen; sie würden mit dem Transporter anreisen.
Wir waren nicht mal ausser Landes als sich der erste Riemen meiner Hecktasche losflatterte. Toll. Röster ist auch Segler und machte die Sache wieder fest, aber in St. Cyprien ging ich mein Gepäck nochmal durch, nahm alles raus was ich nicht wirklich ums verrecken täglich definitiv brauchte - der Grossteil war Werkzeug und Ersatzteile - und fuhr dann nur mit dem Rucksack. Das Beast ist vielleicht eine Ulysses aber als Lastesel tut sie sich schwer.
Roter Vermouth und Abendsonne im Schloss Cardona.

Das Wetter war bei Abfahrt gut aber nicht grossartig; sie verschlechterte sich dann am Wochenende. Am ersten Tag gingen bei mir die Hinterradlager kaputt. Die Herren liessen sich den Ferien dadurch nicht vermiesen, machten 100 km kreuz und quer durch Lyon und fanden tatsächlich passende Lager, da der grosse Harley Mech sie nicht hatte. "Suitable for Mercedes-Benz" stand auf den Schachteln. €30 für zwei.
Bin ich froh um gute Freunde.
Es folgte grober Ölverlust beim M2 des Zürchers, was allerdings auch genug eingedämmt werden konnte um uns die rassige Weiterfahrt zu erlauben. Buell halt. Zwischendurch möchte man die Dinger schon bitten doch kurz auf BMW zu machen und mit den Faxen aufzuhören. Aber wenn die Problemanfälligkeit... Pardon, der Charakter nicht wäre müssten wir auf Ducati oder Moto Guzzi umsteigen. Gehört sich schon so.
Am Samstagabend nieselte es als wir - die Schraubergruppe - in St. Cyprien eintrafen wo sich die Busgruppe bereits bereits einquartiert hatte. Am nächsten Morgen war der Himmel immer noch grau. Wir hatten eigentlich bis in der Nähe von Barcelona gewollt, kamen aber nicht so weit. Wir verbrachten zwei Nächte in Cadaquès weil es sich schlichtwegs nicht lohnte, weiterzufahren. Röster und ich fanden am Montag etwas Sonne an der südliche Costa Brava; dafür war das Essen hundsmiserabel. Ab Dienstag lachte endlich die Sonne und die Ferien fingen so richtig an. Wir feierten das mit einer Übernachtung im Parador Schlosshotel in Cardona.
Für Den Zürcher war's dann aber bald auch wieder zu Ende: Beltriss. Er erlebte seine eigenen Abenteuer beim besorgen eines passenden Belts mit 133 Zähne, und nachher noch Vorderradlager, während wir weiterfuhren. Ich übernahm seine Aufgabe als Road Captain bis er in der zweiten Woche wieder zu uns stiess.

Am Freitag musste die Busgruppe wieder nach St. Cyprien, da waren's nur noch zwei kleine Buellfahrer. Röster und ich widmeten uns der Kultur: San Sebastian, Bilbao und Pamplona. 
Kilometer 300, oder so, zwischen San Sebastian und Bilbao.
Zwischen ersteren zwei Städte liegen 70 km Luftlinie - wir machten 400 und kamen in einer Stadt an die voll im Fussballfieber war. Jeder trug rotweisse Shirts oder Schals; Café-Tische waren rot-weiss gestreift; sogar Autos in den Schaufenstern wurden mit den Stadtfarben dekoriert. Es galt Bilbao gegen Barcelona. Barca gewann - natürlich. Auch recht - so konnten wir ausgeruht in den Freitag starten. Das war wichtig, denn am Mittag tauschten wir die Maschinen, und ich kam nudelfertig in Pamplona an. Eine S1 braucht schon ab Werk rechter Körpereinsatz beim fahren. Rösters S1 macht mit breitem, flachem Lenker gleich doppelt so viel Arbeit. Dafür hatte Röster einen gemütlichen Nachmittag auf dem breiten Sattel und sanften Fahrwerk des Beast.
Ich achtete nachher darauf, dass wir vermehrt Pausen machten.
Am Samstag trafen wir Den Zürcher dann in Lourdes; es ging langsam wieder Richtung Schweiz. Der Zürcher besuchte am Sonntagmorgen noch die Quelle des Wallfahrtsortes während Röster und ich Kurven wetzten. Und zwar dermassen, dass wir Mitte Nachmittag feststellen mussten, dass der Hinterreifen des S1 bis auf die Karkasse runtergefahren war. Frankreichs Bergstrassen sind mit einem Belag bedeckt der sich richtig in den Pneu verbeisst. Ich mag's nicht weil man darauf Kies und Splitt - und von dem Zeug gibt's in Frankreich viel zu viel auf den Strassen - kaum erkennen kann. Und es frisst wirklich saumässig Gummi. Vorläufiger Endstation: Seix.
Irgendwo im Aveyron
Mein Vorderfinken war auch ziemlich runter, also gab's am nächsten Tag grosses Pneuwechseln. Röster wechselte gleich beide; das Beast bekam vorne ein Pilot Road 3. (Hinten auch, ein Paar Tage später.) Wir trafen am Abend dann Den Zürcher in Carcassonne.
Fliegen, Öl und Dreck. Hat hart gearbeitet in den Ferien, das Beast.
Dort liessen wir's bleiben mit der Kultur und kamen am nächsten Morgen zeitig auf die Strasse. Der Zürcher übernahm wieder als Road Captain und wir waren plangemäss am Freitagnachmittag in Bern, wo wir uns verabschiedeten.
Nach Hinterpneuwechsel in Thun und Heimfahrt auf Umwegen - versteht sich - war's bald 21 Uhr, als das Beast und ich vor der heimischen Garage standen. Ich hätte locker noch eine Woche anhängen können, aber am Samstag war Dienst angesagt, und morgen geht's wieder normal zur Arbeit. Wahrscheinlich im Regen.
Macht nix. Die spanische Sonne wird mir noch eine ganze Weile in guter Erinnerung bleiben.


Saturday, June 18, 2011

Gardone Riviera

Nach zwei verrückten (im allerpositivsten Sinn) Arbeitstagen am Montag und Dienstag hatte ich am Dienstagabend plötzlich das Verlangen, in den Süden zu fahren. Die Wettervorhersage konnte kaum besser sein, und seit das abrupte Ende meiner Sardinienferien hatte ich Nachholbedarf.
Den schönen Mittwoch verbrachte ich noch bei der Arbeit, aber am Donnerstagmorgen früh um 6 Uhr 30 war ich im Sattel Richtung Bündnerlang unterwegs.
Als Ziel hatte ich den Gardasee gewählt. Ich wollte Sonnenschein, sommerliche Temperturen und Palmen. Wie gesagt, Sardinien fehlte mir.
Ich folgte die Landstrassen bis Chur, heizte über Lenzerheide, den Albulapass und sah noch den Schneefall über den Julier als ich links zum Bernina abbog. Den Julier mag ich gar nicht. Immer kalt, immer nass, irgendwas fällt dort dauernd vom Himmel...
Als ich die Abzweigung nach Livigno sah baute ich einen Schwenker über Bormio ein. Das hätte ich lieber sein lassen sollen, denn beim Zoll vom Foscagno regnete es. Von Bormio bis Edolo kam das Zeug runter, und ich verfluchte die Vorhersage, die wieder mal gar nichts hielt, was sie versprach.
Nach den Tunnels der Hauptstrasse 42 wurde es langsam wieder trocken und wärmer. Eine Ehrenrunde über Garda brachte einige Kurven in die Talgerade. In Breno hielt ich an, um meine Karte zu studieren, und ein netter älterer Herr hielt an und fragte mich, ob ich zum Croce Domini wollte. Der kannte wohl seine Töfftouristen, denn genau dort wollte ich hin. Dank seiner Beschreibung fand ich problemlos zum Pass. Dort war endlich wieder Schräglage angesagt, und ich erkannte, dass ich mit meinem BMWler schon zweimal dort durchgefahren bin. Da der Himmel dunkel war und ab und zu nervige Spritzer runterliess entschied ich mich gegen die Schotterpiste und kam in Bagolino runter. Am Lago d'Idro vorbei, nach Salo - endlich sah ich richtig blauen Himmel und mein feuchter Lederkombi trocknete schnell. Hier war anständiges Sommerwetter.
Ich hatte mich schon vor Abfahrt entschieden, in Gardone Riviera zu übernachten. Der Name gefiel mir einfach. Im Dreistern-Monte Baldo fand ich Unterschlupf. Nach ca. 450 km mit lediglich einer Schoggipause und eine halbe Stunde Mittagessen war meine brave XB sicher auch froh, dass sie mal in Ruhe ihr Lüfter laufen lassen konnte. Ich war jedenfalls müde, und fast so dreckig wie meine Maschine.
Nach Bezug meines Zimmers (mit Seesicht!) und einer Dusche fühlte ich mich schon besser.

Es war etwa 17 Uhr, also zu früh zum z'Nachtessen. Ich nahm mein Buch und spazierte der Seestrasse entlang, bis ich zu einer Lounge kam, wo ich mir zwei Ultraviolet Cocktails gönnte, dem Verkehr zuschaute und las. Richtig entspannend, das ganze.
Das Essen später im Hotel war teuer, aber entsprechend gehoben und gut. Entenbrust mit Zucchini war der Hauptgang. Gegessen wurde auf der Terrasse.

Am nächsten Morgen, ausgeruht und wieder mit Kribbeln in der Gashand, kam ich erst nach 8 Uhr los, da die Reception dementsprechend spät besetzt war. Machte aber nichts; bis ich losfuhr war die Strasse wieder trocken (in der Nacht hatte es geregnet). Der Verkehr war langsam, liess sich aber meistens gut überholen. Ich fuhr die Seestrasse bis Riva del Garda. Sie ist zwar nicht ganz so kurvig wie die Strassen am Hang, aber auch nicht schnurgerade und überhaupt, es war so schön am See...
In Riva ging's link weg Richtung Terme di Comano, und von dort an wurden die Flanken der Z8 deftig beansprucht. Ich sag's nochmal: Der Pneu ist einfach geil. Wenn er 6000 km überlebt hab' ich einen neuen Lieblingsfinken.
Das Wetter war alles, was für den Donnerstag versprochen worden war. Warm, blauer Himmel, kein Tropfen Regen. Zum fahren einfach genial.
Nach Madonna die Campiglio nahm ich den Passo di Tonale, der zu meinen Lieblingsstrecken überhaupt gehört. Dann die Gavia rauf - die war oben dermassen vernebelt, dass ich nicht schneller als 30 km/h fuhr. Schnee gab's auch noch.

In Bormio wurde getankt, und dann hiess es arrivederci, bella Italia. Spitzkehrenübungen im unteren Teil des Stilfserjoch, etwas fahren im Dreck auf der Umbrail, dann Z'mittag nach Sta. Maria. Der Ofenpass (wieder ein Favorit, schon von der Landschaft her) war viel zu schnell abgefahren; dafür durfte ich auf der Flüela etwa eine Stunde sitzen, bis die Tour De Suisse passieren konnte.


Die Velofahrer interessierten mich gar nicht, dafür die verschiedenen Polizeitöffs, die im Einsatz waren. Bündner natürlich, Zürcher, Aargauer, Schaffhauser - aber keine Thurgauer. Die Aargauer haben die Kontrollschilder AG 1 bis (mindestens) 10 für ihre Blaulicht-BMWs reserviert. Die Nummern wären besser aufgehoben auf Custom-Bikes und Streetfighters, sag' ich.
Via Liechtenstein kam ich nach St. Gallen. Am Abend war noch ein OWG-Treffen; ich kam etwa um 17 Uhr 30 an, ohne dass ich vorher noch bei mir zuhause vorbeischaute. Bei der Heimfahrt von Widnau wurde ich dann verregnet, also nicht mal der Tag ging ganz trocken zu Ende, aber egal. Das waren 900+ wunderbare Kilometer. Ich muss das wiederholen.

Monday, January 10, 2011

Verzweiflungstat

So einen Blödsinn darf ich mir echt nicht mehr leisten. Nächstes Jahr, bzw. Ende Jahr, wird beim ersten Schnee hier oben in den Bergen die Buell sofort nach Zürich gebracht und in die elterliche Garage reingestellt. Ich geh nie mehr sieben Wochen ohne Töfffahren.
Für Freitag war Regen bei 3° vorausgesagt; für Samstag Sonne bei 3°. Freitagabend war ich im Kanton Zürich beim Opa am arbeiten, aber am Samstagmorgen fuhr ich wieder in die Berge in der Hoffnung, meine Zufahrt werde zumindest teilweise von Schnee befreit sein. Ein winziger Streifen hätte gereicht; gerade genug, um dem vorderen Pneu Halt zu geben.

Aber nö.


Und jetzt? Das Wetter war mild, die Sonne wunderschön, und ich hatte mich darauf eingestellt, dass an dem Wochenende die Durststrecke zu Ende sein würde. Da gab's nix anderes zu tun als das verfluchte Eis wegzuspitzen.
Ich hatte den Hund dabei, und sie half mit, in dem sie die rausgebrochenen Eisstücke anknabberte. Mit genug Hundesabber schmolzen auch die dicksten 7-cm-Brocken weg.
Den ganzen Nachmittag verbrachte ich damit, das Eis aufzubrechen, weg zu schippen und den Grund zu salzen.
Schlussendlich, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, sah die Zufahrt so aus:

Aber der Zugang zur Passstrasse war noch nicht ganz frei. Ich salzte den Streifen nochmal und liess es sein. In der Nacht sollte es ein wenig Föhn geben; ich durfte weiter hoffen.
Sonntagmorgen brach an schön, mild... Und die gebrochenen Ränder der Eisplatten sowie die feuchten Stellen auf dem Asphalt waren glatt gefroren. Die unzerbrechliche Eisschicht am Fuss meiner Zufahrt war ein Meter breit.
Klein beigeben war keine Variante. Ich konnte mich kaum dran erinnern wie die Termignoni tönte; ich hatte nur noch den V8 von Bacchus im Kopf. Klares Zeichen, dass der Töff viel zu lang gestanden war. Das Viech musste raus.
Also wieder Salz geholt, wieder gespitzt und geschaufelt, und schlussendlich an den nicht enteisbaren Stellen Sägemehl (eigentlich zerbrösmelte Brennblöcke) gestreut.
45 kg Salz, vier Holzspanblöcke und ca. sieben Stunden Arbeit (im Ganzen) später hatte ich einen Weg zur Passstrasse.


Textilkombi angelegt, dicke Handschuhe und Halstuch, den Hund ins Haus geschlossen, Buell-Schlüssel geholt und endlich, endlich wieder die Maschine ins Tageslicht gestellt.

Mein Schatz, wie hab ich dich vermisst.