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Monday, May 25, 2015

Töffferien, die keine waren

 Es fing alles gut an - so die ersten 1-2 Stunden. Am Auffahrtsdonnerstag fuhren wir ab, der Brüetsch und ich, auf Buell und Benelli.
Der Benelli ging dann in Uri die Most aus. Tankanzeige defekt.
Na ja, halb so schlimm. Ich ging auf der Buell 750 mL holen (für irgendwas hat man eine Trinkflasche dabei, auch wenn sie nie mehr als Trinkflasche benutzt werden kann wenn mal Benzin drin war. Den Geruch kriegt man ums verrecken nicht weg). Oberalp und Lukmanier waren schön, wenn auch etwas verkehrreich. Man merkt dann beim Überholen-wollen auch den Unterschied zwischen 140 Italo-PS und die 100 der V2... Wenigstens wars trocken, und in Italien wurde es richtig warm und sonnig.
Am Nachmittag hatten wir die Berge vorerst hinter uns. Am ersten Tag wollten wir das Plateau möglichst überquert haben, um am Freitag Ligurien in Angriff nehmen zu können. So kam es dann auch, obwohl die Benelli die Diva ein zweites Mal raushängen liess und die Hauptsicherung verbratete. Der Brüetsch war so weitsichtig und hatte einen Ersatz mitgenommen, also war auch dieses Problem innerhalb einer Stunde behoben. Den Sicherungsdeckel liess er gleich weg, und ein Scheinwerfer hängte er ab, um die Sicherung zu schonen. Die zwei Ersatzsicherungen, die er  gleichentags in einem Baumarkt besorgte, wurden nicht mehr verwendet. Wenn er LEDs in die Scheinwerfer einbaut sollte die 30A-Sicherung auch heisses Wetter standhalten können.
Am ersten Abend übernachteten wir im Hotel Rallye in Voghera. Der Regen, der einsetzte, endete etwa gleichzeitig mit unserer Abreise am nächsten Morgen, und so konnten wir uns frohen Mutes in die Berge schwingen. Etappenziel war Florenz.
Der Brüetsch fand eine winzige, holprige Bergstrasse die uns einige schönen Aussichten beschehrte. Beim Rauffahren kam bei der Buell plötzlich die Motorlampe. Sie lief ganz normal also dachte ich nichts schlimmes dabei. Das US-Map, welches ich letztes Jahr draufmachen liess, macht immer wieder Probleme, und das Beast mag ja keine Feuchtigkeit... Ich dachte, es sei harmlos, wie üblich.
Wir machten Fotohalt, tankten in einem Bergkaff 100 Oktan, kamen wieder auf eine grössere Strasse... Es begann wieder grosse Tropfen zu regnen also hielten wir wieder an, damit ich mir meine Regenhosen über die Rokker-Jeans ziehen konnte. (Ja, ich toure in Jeans und Textiljacke. Spart einiges an andere Klamotten und ist super zum rumklettern oder mal durch ein Dorf schlendern, wenn wir irgendwo was entdecken welches ein Absteigen und Rumlaufen erfordert.)
Schwang mich wieder in den Sattel, drückte den Starter...
Kla-klack.
Und mehr war da nicht rauszuholen.
Die Batterie wars nicht; die wurde letztes Jahr gewechselt, und die Lämpchen leuchteten normal. Die Zündkerzen waren auch ganz frisch. Der Brüetsch zog sich Helm und Handschuhe aus und machte sich mal schlau - so gut es ging, ohne Multimeter.
Er hatte schlauerweise Kupferkabel - irgendwelche Audiokabel, die sich gut abisolieren liessen - eingerollte und mitgebracht. Mittels diesen stellten wir fest, dass meine Batterie Strom zog. (Die Benelli ist mittlerweile mit einem kraftvollen Lithium-Block ausgestattet. Ohne selbigen wäre die Reise wohl ganz anders verloffen.) Der Brüetsch sagte, das Problem sei entweder Stator oder Regler.
Die Benelli lud die Buell soweit, dass sie wieder starten konnte. Und wir fuhren weiter, einige Kilometer. Aber das Problem war nicht mehr wegzukriegen. Die Buell begann bald zu husten und zu spucken. Die Lämpchen wurden immer dunkler. Sie hatte kaum Leistung, aber manchmal kam sie doch wieder, wenn ich den Hahnen voll offen hatte... Es war stellenweise richtig gefährlich.
Irgendwann stellte de Motor einfach ab. Zum Glück rollten wir gerade bergab und ich konnte in eine Bucht rein. Dort verbrachten wir die nächsten 20 Minuten. Die Benelli lud die Buell und der Brüetsch checkte meine Sicherungen und sämtlich Stecker und Elektroleitungen durch.
Am Schluss waren wir uns einigermassen sicher, dass der Alternator schuld war. (Ich sehe gerne auf Vorrat schwarz, damit ich nicht frustriert bin wenn ich recht behalte und mich freuen kann, wenns doch nicht so schlimm ist.)
Das war keine Reparatur für den Strassenrand. Ich fand den nächsten Harley-Mech in Genua, etwa eine Stunde entfernt. Wir dachten, mit wiederholtem Laden würden wir es vielleicht schaffen. Es war Mittagszeit, und gemäss Internet hatte er werktags bis 19 Uhr offen, also sollte es zeitlich reichen.
Wir sammelten alles wieder ein und fuhren noch mal ab. 15 Minutes laden reichten schlussendlich für 15 Minuten Fahrt. Regenwolken sammelten sich langsam. Als der V2 dieses Mal starb steuerte ich das Beast zu einem Parkplatz am Strassenrand. Kilometer 69 der SS45, Ausfahrt Zerba. Und dort verbrachte ich die nächsten viereinhalb Stunden. Ich hatte natürlich ein Buch dabei, also war die Zeit nicht ganz verloren.
Ich telefonierte meine Versicherung, welche mir einen Abschleppdienst organisierten. Gar nicht so einfach, am Auffahrtswochenende. Es vergingen drei Stunden, bis der Lastwagen auftauchte.

Ich musste der Versicherung und den Abschleppern klarmachen, dass sie das Moped nicht dem nächstbesten Mech hinstellten, sondern dem Harley Mech in Genua. Auf Schweizerdeutsch geht es, aber ich lerne erst seit anfangs Jahr italienisch; mit den Abschleppern reden war schon schwieriger.
In der Zwischenzeit war der Brüetsch nach Genua gefahren und hatte uns einen rollenden Ersatz besorgt. Eine kleine graue Fiat 500, die ich sofort Maus taufte. Und mit dem Kärreli machten wir in den nächsten 6 Tagen über 2000 Kilometer.
Die Idee für diese Reise stammte aus dem Wunsch von mir, die verlassene Stadt Craco zu besuchen, ganz im Süden, in Kalabrien. Ich hab eine Faible für verlassene Orte, und nicht erst seit der Reise nach Pripyat und Tschernobyl letztes Jahr.







Auf dem Weg in den Süden sahen wir noch Florenz
Florenzer Wohnungen, am Aussenwand eine Brücke.



Rom
Ruine des Koliseum
den Vatikan
Der Platz vor dem Petersdom
 Anzio
Basilica di Santa Teresa
Napoli
Castello dell'Ovo
Pompeii
Badehause, eingangs der Ruinen
und kamen endlich nach Craco.
Die verlassene kalabrische Stadt
Die Buell war erst am Mittwoch wieder abholbereit, da der genuesische Mech über das ganze Auffahrtswochenende geschlossen hatte. Wir besuchten in der Zeit auch noch die verlassene, oder ehemals verlassene, Ortschaften


Sowie einige Burgruinen. Somit wurde eine regelrechte "Ruinen-Tour" draus. Das Reisen mit Auto hat halt den Vorteil, dass das fahren selber unwichtig ist, und man hat Zeit für anderes. Wir konnten die Ferien also doch geniessen, wenn auch nicht planmässig.

Wie gesagt, die Buell war am Mittwoch abholbereit. Dies, obwohl das Harley Verteilzentrum in Belgien einen falschen Regler geschickt hatte. Der Mech holte sich Erlaubnis von einem Kunden, den Regler eines verkauften XB12S zu nehmen und bei mir zu installieren, damit ich weiterfahren konnte. Das nenne ich Service.
Leider kehrte das Wetter gleich am nächsten Tag. Solange wir die Maus spazierenfuhren hatten wir blauen Himmel und Sonnenschein. Kaum waren wir wieder auf zwei Räder unterwegs goss es wie aus Kübeln. Seufz. Also machten wir uns auf dem Heimweg, ziemlich direkt, durch den Westen anstatt wie Südtirol, da sich dort die Wolken besonders dick stauten.
Der San Bernardino Pass war zu; aus der Gallerie des Tunnels sahen wir schneebedeckte Tannen. Und kalt war es. Da gab es keinen Grund, nicht drei Tage früher zu Hause einzutreffen.
Pessimistisch gesehen kann man sagen, ich fuhr nach Italien um den Regler ersetzen zu lassen. 1300 km nach neun Tage Ferien ist ein Witz - das schaff ich im Sommer normalerweise mit Pendeln und Wochenendausfahrten.
Aber optimistisch gesehen war's gar nicht schlecht. Die Versicherung zahlt den Mech, und mittels Maus konnten wir einiges anschauen, das wir sonst links liegen gelassen hätten. Und hey - ohne Töffklamotten habe ich tatsächlich etwas Bräune bekommen.

Sunday, March 8, 2015

Die Leistungsmarke


Es hat ein Jahr länger gedauert, als ich erwartet hatte, aber heute auf dem Sternenberg machten wir die hunderttausend endlich voll. 46 Monate haben wir dazu gebraucht. 40, wenn man das halbe Jahr für die Motorrevision abzieht.

Gut gemacht, Beast. Ich freue much auf die nächsten 100'000 Kilometer mit dir.

Monday, September 30, 2013

Balkan Tour - Schweiz-Rumänien

Zehn Tage. Zwölf Länder. Vier tausend dreihundert fünfzig Kilometer.

Am späten Nachmittag des 19. ging's los, zu dritt im Single Cab, mit Gepäck und zwei grosse Nicht-Tourer hinten auf der Ladefläche.

Der Brüetsch und sein Kollege wären wohl die Nacht durchgefahren aber ich weigerte mich. Wir waren in den Ferien und Stress hatte da nix verloren. Beim Stuttgarter Flughafen fuhr ich ab der Autobahn und besorgte uns ein Hotel. Wir waren am nächsten Morgen wieder unterwegs bevor's überhaupt hell wurde und am frühen Nachmittag am Ziel.

In Novi Sad wurden die Motorräder abgeladen und weggesperrt. Bacchus wurde dann erst Mal dem Lackierer vorgeführt.
Ich brauchte einige Zeit um mich für eine Farbe zu entscheiden. Logisch - Bacchus' Haube war voll mit Farbmustern. Die Idee mit roten Streifen auf schwarzem Grund wurde - erwartungsgemäss - verworfen. Zu normal. Die Farbe für die ich mich endlich entschied ist zwar nicht sofort auffällig, hat aber einen speziellen Effekt und wird auch gut als Basis funktionieren falls ich den Truck zwischendurch mit Folienverzierungen aufpeppen will. Und weil ich auf Streifen und Logos verzichtet kostet die Rundumerneuerung nur €2000, einige hundert weniger als ursprünglich angedacht.
Updates mit den Fortschritten des Lackierers folgen, wenn/falls ich Fotos bekomme.

Nachdem ich mich endlich für einen Lack entschieden hatte gingen wir zum Mech, der einen grossen Service durchführen wird. (Kostet in Serbien nur €250, also warum nicht?) Gruss, einmal rundum, und ich liess mein Auto in irgendeiner serbischen Einfahrt stehen. Wenn ein Kollege und der Brüetsch das ganze nicht schon mal durchgemacht hätten wäre mir ganz schön mulmig gewesen. Oder besser gesagt, ich hätte die Übung wohl gar nicht angebrochen.

Am Samstagmittag, nach einem kurzen Besuch am Platzmarkt, verabschiedeten wir uns vom Kollegen und liessen unsere Maschinen den Ostwind schnuppern. Am Abend zuvor in einer viel zu lauten Bar hatten wir uns entschieden, 800 Kilometer Umweg zu machen um den Drumul Transfagarasan in Rumänien zu fahren.





Auf den Weg dorthin besuchten wir Cugir, den Namensgeberort der rumänischen Kalaschnikow-Variante. Bei unserem Besuch war eine Roma-Festivität in vollem Gange, also mussten wir das Zentrum umfahren. Dafür sahen wir recht viel vom Städtchen und wurden wie überall im Land grinsend gegrüsst. BMWs gabs zu Hauf, und einige japanische Tourer, aber Sportmaschinen wie unsere sahen wir nirgendwo, und sie haben der Bevölkerung in jedem der besuchten Länder ziemlich viel Freude bereitet.






In Cugir suchten wir ein Strassen die auf meiner grossen Karte eingezeichnet war. Sie sollte südlich von der Stadt wegführen und später in eine Hauptstrasse eintreffen. In meiner transylvanischen Detailkarte war diese Route nicht drin - aus gutem Grund, siehe Bild. Solche Wege gibt's viele in Rumänien, und bei besserem Wetter/anderem Moped/mehr Zeit hätte ich gar nix dagegen, sie tagelang zu erforschen. Aber wir hatten ein Ziel und sind darum zurück auf die Hauptstrasse.



Von der Strasse in den Wolken selber habe ich leider keine gute Bilder weil es sehr neblig war. Oben am Pass hielten wir beim Markt an und kauften heisse Maiskolben als Handwärmer und zum Zmittag.

Ein rumänischer Junge starrte gebannt auf die Benelli bis ihn der Brüetsch ansprach, ob er darauf sitzen wolle. Der Junge holte sein Vater als Dolmetscher, da dieser etwas Englisch konnte, und so schwatzen wir noch einige Minuten bevors auf der Südseite den Berg hinab ging. Weiter unten gabs wieder Sonnenschein und trockene Strassen und wir konnten unsere Maschinen richtig ausfahren.

Wir blieben zwei Nächte in Rumänien. Am zweiten Abend waren wir in Bran, in einem Zimmer mit Sicht auf die berühmte Burg. Eigentlich wollten wir das Schloss besichtigen, merkten aber bei der Ankunft dass Rumänien in einer anderen Zeitzone ist und überhaupt war es spät. Am nächsten Morgen machte die Burg erst um Mittag auf; um die Zeit waren wir schon 200 km südlich, auf dem Weg nach Bulgarien.


Wir hielten kurz auf einem Parkplatz neben der Hauptstrasse um etwas zu trinken, Öl beim Beast nachzufüllen - sie hatte bereits tausend Kilometer hinter sich und brauchte dementsprechend wieder 300 mL - und die Beine ein bisschen zu vertreten. Streunende Hunde gibt es zu zehntausende in Rumänien; wo man auch hingeht verdreckte, kranke und verletzte Köter. In den vergammelten Flugzeugen die beim Parkplatz standen - keine Ahnung wieso die dort waren, aber als Ausstellungsstücke wurden sie nicht deponiert - hauste ein Mensch und ein Rudel der allgegenwärtige Streuner. Auf dem Parkplatz gab es ein Welpe, der nicht zum Rudel gehörte. Ich gab dem kleinen Kerl einen kurzen Kraul hinter den Ohren und er machte es sich sofort im Schatten der Buell bequem, während ich Öl nachleerte.

Die Streuner sind mir ziemlich egal und es ist wohl am besten wenn ihre Zahl zurückgeht. Aber ich hoffe doch, dieser Knäuel sieht ein nicht allzu hartes Leben entgegen. Ich wünschte ihm viel Glück, als wir uns wieder auf dem Weg machten.

An dem Tag brachten wir geschlagene 600 Kilometer hinter uns, wovon das meiste geraudeaus ging mit einem starken Wind von Nordwesten. Das Beast hatte gar keine Freude daran - ab andauernde 4000 Touren leuchtet die Motorenlampe. Wird wohl ein Zusammenhang mit dem Ölverlust haben, denn sie fährt sonst ganz normal für ihr Alter und schafft auch 160 km/h ohne mechanische Proteste. (Die knapp 90t km auf der Uhr lassen sich aber echt nicht mehr verleugnen...) So schafften wir es bis Nis, Serbien, nachdem wir ein Zipfel von Bulgarien durchquert hatten.

Ab dort geht's dann weiter im nächsten Berichtsabschnitt; für heute ist's genug.

Sunday, September 8, 2013

Drei Tage TNT


Hm, die Kameraqualität vom neuen Natel ist nicht so überzeugend. Vielleicht ist auch die dicke Schutzhülle schuld, aber die kommt nicht weg, sonst überlebt das Ding keine drei Tage bei mir...
Was ich eigentlich sagen wollte: Letzte Woche hatte ich von Mittwoch bis Freitag die Benelli vom Brüetsch. Es ging darum, regelmässig längere Fahrten mit ihr zu machen, als tiefergehendem Test, bevor wir nach Novi Sad gehen.
Der einzige Mangel ist, dass sie schnell heiss wird und dann gerne abstellt, wenn man die Kupplung zieht. (Zum Glück nicht sonst, dann wär's gefährlich.) Aber das wird wohl behoben, wenn die Zündkerzen gewechselt sind.
Ansonsten hat die Maschine viel Charakter. Harte Lastwechsel, gewaltiger Sound ab 3500 Touren und Vibrationen im Lenker ab 5000, tiefer Schwerpunkt was beim manövrieren oder Holperpiste navigieren ganz gut ist, und geile Schräglage. Im Vergleich zum Beast kommt die Benelli extrem nah an den Asphalt - das gibt schon ein anderes Fahrgefühl. Wie der Sitz taugt für mehrere ganztägige Touren weiss ich nicht, aber wir dürfen dann improvisieren. Wir sind an keine Route und keinen Zeitplan gebunden. Die einzige Einschränkung, die bei dieser Reise gelten wird, ist die Durstigkeit der Italienerin. Nach 150 km muss man tanken. Sie schafft nur die Hälfte von dem was die Buell mag. Aber mit dem Tank der Buell haben wir dafür immer Reserve für die Benelli dabei.
Ich bin gespannt auf die Tour.

Thursday, August 1, 2013

Silvretta

Blauer Himmel und Sonnenschein am Geburtstag der schönen Schweiz, und ich hatte frei. Da war eine Töfftour fast Pflicht - natürlich irgendwo im Ausland, wegen dem Verkehr und die garantierten Geschwindigkeitsmessungen an den üblichen vaterländischen Strecken...
Ich war letzte Woche zwei Mal im Schwarzwald, also ging's heute in die andere Richtung. Via Furkajoch nach Au im Vorarlberg, über den Hochtannbergpass nach Stanzach, von dort via Namlos - affengeile Strecke! - zum Fernpass. Und jetzt wo ich den Fernpass gefahren bin weiss ich aus eigener Erfahrung wieso man den Fernpass nicht fährt. Einige Lastwagen, mehrere Anhänger und viel zu viele Niederländer - da war überhaupt nix mit den schönen Kurven auskosten. Als auf den Wegweisern "Silvretta" und "Paznaun" standen war's dafür wieder schön. Und teuer.



Dass die 188 mautpflichtig ist weiss ich jetzt auch. €11 zum mit dem Motorrad drüber fahren ist Wucher. Aber was soll's. Man hat's ja, und die 400 km taten mir gut.
Morgen arbeite ich, und am nächsten Tag geht's zum zweiten Samstag in Folge auf die Motocrosspiste. Mir wär's recht, wenn dieser Sommer noch ein halbes Jahr andauern würde.



Tuesday, July 9, 2013

Drei Tage Italien

Die grossen Töffferien sind dieses Jahr bisher etwas auf der Strecke geblieben. Mindestens ein Italien-Wochenende per annum ist aber Pflicht. Ich freute mich extrem auf den vergangenen Freitag. Die Wettervorhersage konnte nicht besser sein. Das Beast hatte genug Öl in der Schwinge, vörig Profil auf den Gummis, und war frisch ab Service. Hopp, über den Julier, dann der Maloja, der endlich Baustellen-frei ist. Schöner Pass, der Maloja. Den bin ich zuletzt vor zwei Jahren gefahren.
Eigentlich hatte ich vor gehabt, im Südtirol und dem Trentin rumzukurven, ohne Reiseziel. Aus Neugierde hab' ich dann am Vorabend die Entfernung nach Pisa und Florenz nachgeschaut. Ich war noch nie in den beiden Städten, und 641 km (ohne Autobahn, aber sonst möglichst direkte Anfahrt) dünkten mich machbar.
Aber das war natürlich etwas sehr optimistisch. Am Freitagabend um 1800 Uhr hatte ich erst 550 km und die Po-Ebene hinter mir. Ich wäre fast auf der Autobahn zwischen Bergamo und Brescia eingeschlafen und war ziemlich mürrisch.
Also wieder Planänderung. Einkehr in einem Viersternehotel, ein feines Nachtessen, und ich fühlte mich schon wieder besser.




Am nächsten Morgen ging's zurück über die Po-Ebene, und per Zufall bzw. falscher Strassenwahl an die Ostseite des Gardasees. Auch recht. Die Westseite kenne ich gut; auf der Ostseite bin ich bisher nie gefahren. Dabei ist sie genau so schön und viel weniger befahren als das Gebiet um den Lago d'Idro.
Kein Wunder auch, bei den winzigen, holprigen Strassen des Valpolicella. Ich hatte einen Riesenspass an dem Gebiet.
Nach 350 km nahm ich mir in Rovereto ein Hotel. Am Gardasee hatte es viel zu viele Leute, und Rovereto war ein guter Ausgangspunkt für die Heimfahrt am Sonntag.




Der Passo di Tonale musste ich auslassen weil die Tagestour sonst zu kurz gewesen wäre, aber der Passo Vivione konnte ich nochmals unter die Räder nehmen. Dann Aprica, Bernina, Albula... Ich kam gut vorwärts; dachte, ich werde um 18 Uhr zu Hause sein, bevor das Sommergewitter über mein Berg losbricht. Ehem. Und dann stand "Landeck" und "Reschenpass" angeschrieben und ich war in Österreich. Ich hatte im Hitze des Strassenkampfs noch den Flüela genommen.
Tja. Schlussendlich waren es 650 km Tagesdistanz, bis das Beast unter den heimische Balkon (des Nachbarhauses) stand, und wir waren sogar beide trocken. Der Wolkenbruch in Österreich passierte genau über den Bregenzer Strassentunnel. Üblicherweise hab' ich nicht so viel Glück mit dem Wetter.

San Francesco, Valpolicella

Italien ist und bleibt mein Lieblingsland zum Töff fahren. 

Monday, September 3, 2012

Alpengrollen 2012

Bei Abfahrt Sommer, bei Rückkehr Herbst, und dazwischen lagen sechs Tage Alpengrollen.

Das Gebiet: Die Dolomiten.
Das Epizentrum: Sporthotel Arabba.
Die Groller: 74 Buells, 1 Hypermotard, 1 KTM und eine alte Kawasaki.
Das Wetter: Sonnig, heiss, sonnig-dann-Regen, Regen, Regen, Regen-dann-sonnig.
Das Fazit: Hueregeil.


Das letzte Mal, als ich in den Dolomiten war, war 2010 bei der Rückreise von Weissensee. Mir hat’s dort irgendwo – den Pass weiss ich nicht mehr – bei einer lockeren Linkskehre geschmissen. Das Moped und ich sind etwa 30 Meter gerutscht, und zwei Tage später kassierte ich einen Rüffel von der Rennleitung weil der Spiegel fehlte, die Schwinge übel zerkratzt und das Beast über und über mit Dolomitendreck bekleckert war. Aber fahren tat sie noch. Ich ebenso, wenn auch mit blauen Flecken von der Hüfte bis zum Fuss.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Dolos sind mit einem Scheissbelag ausgestattet. Ich war vorgewarnt.
Die erste Erinnerung kam am ersten Tag als „meine“ Anfahrtsgruppe – SuperTTimmi, XBanane und ich – den Passo Pordoi überquerten, um zu unserem Hotel zu gelangen. Mir rutschte allpott das Hinterrad weg.
Am nächsten Tag, Mittwoch, machten wir eine 400 km Runde, und ich konnte das Driften üben. Am Anfang war‘s noch ganz lustig, aus der Kurve Gas zu geben, fühlen wie der Heck immer schräger wird und mal abwarten, wann der Z8 wieder greift. Aber auf Dauer isses mühsam. Vollgas liegt nicht drin, und der Grip kommt nicht unbedingt bevor die Strasse ausgeht.
Aber ich will mich nicht zu laut beklagen. Die Z8 hat gute Arbeit geleistet – im Gegensatz zur Pirelli Angel, die ich seit dem Rutscher in 2010 nicht mehr aufgezogen hatte – und wenn wir auch nicht Heizen konnten, wir waren zügig unterwegs. Die Dolos sind wie mein Hausgebiet, nur halt etwa 1000 Meter höher: Kurven ohne Ende, und an jeder Strasse gibt’s Abzweigungen die zu noch mehr Kurven führen.
Essen tut man auch gut, dort bei den Italienern. Das Hotel war einsam Spitze – edle Weine, feine Menüs und gute Bedienung. Die Regentage schlug ich mir mit einem Buch und einen Abstecher (im Bürgerkäfig) nach Venedig tot. Ich fahre ja genug das Jahr durch und komme öfters ins Nasse; da muss ich das nicht auch noch in den Ferien haben.
Die Landschaft ist ganz hübsch; die Parkplatzbelegung auch.

Obwohl ich nicht so viel fahren konnte/wollte wie geplant war ich ganz zufrieden mit dem Ganzen. Das Grollen ist für mich das jährliche Leistungscheck: Da kann ich meine Fortschritte beurteilen und sehen, wo’s noch hapert mit dem Können. Und ich muss sagen, seit dem Grollen 2010 hab ich einiges gelernt und verbessert. Meine Maschine ist auch standfester geworden. Das Beast hatte weder elektrische noch motorische Probleme, wir bauten keine Unfälle, und dass der Rizoma-Spiegel nach 57‘000 km nicht mehr hält, dafür kann die Buell nix. Auch nicht für die ausgebrannte H7, nach 15‘000 km und nur drei Monaten.
Am Sonntag war’s dann schon zu Ende, und die Groller fuhren im Regen ab. Das schlechte Wetter währte jedoch nicht; sobald wir ins südtirolische kamen konnten wir unsere Regenkombis abziehen und bei hängendem Gashand über die Passo del Tonale düsen.
Auer: Regenkombis wieder einpacken.
Den Bernina rauf haben wir etwa 40 BMW Z3s überholt, die Rennleitung hat uns – oder zumindest mich bis am Schluss – verschont, und mir konnte nicht mal der Nebel und das Nieselregen, die mich auf meinem Pass erwarteten, die gute Laune verderben.
Dem Wetter zum Trotz: Das Alpengrollen ist und bleibt ein Muss.

Saturday, July 21, 2012

Halbe Hunderttausend

Die 50t-Marke geknackt und nicht mal was bemerkt.

Die Uly hat nun alle drei ihrer Vorgängerinnen hinter sich gelassen was Laufleistung betrifft. Insgesamt hab ich jetzt 140,000 km auf Buells gemacht. Als ich die erste, die silbrige '06er XB9SX die jetzt bei Keppi gefightert wird, im Oktober 2007 entgegennahm hätte ich mir nie vorstellen können, was das Motorrad allgemein und die Marke im speziellen in meinem Leben bewirken würde.
Bin gespannt auf die nächsten fünfzigtausend Kilometer.