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Saturday, August 22, 2015

Doof

Freitagabend, später Feierabend gemacht, ne grosszügige Runde gefahren, und ungefähr bei Sonnenuntergang in der Talgarage eingetroffen. Bis zum letzten Moment überlegte ich mir, ob ich das Suzukeli gleich aufladen soll, um Samstagmorgen früh nach Beggingen zu fahren, oder ob ich zuerst Ritzel, Kette und Kettenrad wechsle.
Ich war in Schrauberlaune und entschied mich für letzteres.
Das Kettenrad kam recht gut ab; ich war besorgt, dass die Schrauben festgehockt sein könnten. Aber sie sind sogar wiederverwendbar.
Oben neu, unten alt.
Beim Festmachen vom neuen Kettenrad ruschte ich ab und schlitzte mir den Daumen auf. Von da an gings schief.
Den Sicherungsring vom Ritzel konnte ich beim besten Willen nicht weit genug spreizen, um es zu entfernen.
Die Halteschraube der vorderen Bremsbeläge habe ich letztes Mal viel zu satt angezogen; jetzt lässt sich der Inbuskopf nicht mal mehr mit einem Torx greifen.
Die alte Kette liess sich wunderbar entfernen, immerhin. Aber ich Hornochse hatte die neue montiert und geschlossen bevor ich merkte, dass sie zu lang ist - drei Glieder zu lang, um genau zu sein.
Neue Kette immer vor der Montage mit dem alten vergleichen.
Ziemlich verärgert über mich selber schmiss ich die Sache hin. Samstag war crossen eh ausgefallen - der Daumen war so tief offen dass es erst nach 24 Stunden Druckverband aufhörte zu bluten, und ich kein Lenker richtig greifen konnte ohne die Wunde wieder aufzureissen. Bumpkin hat ja eine leichte Kupplung und bei Bedarf ein lockeres Gemüt; ich konnte immer kurze Strecken fahren.
Samstagnachmittag verbrachte ich also wieder in der Garage, mein Blödsinn vom Vorabend beheben, zumindest teilweise. Die Sinterbeläge bleiben vorerst drin, aber mit einem neuen Kettenschloss
Beide Kettenschlösser mit kaputten Rollen.
hat der Knochenbrecher wieder anständig Antrieb, und ich kann auf die Piste, sobald es das Wetter und der Daumen zulässt. Und nächstes Mal denke ich dran, die Kettenlänge vorher zu kontrollieren, und nicht jede Schraube wie'n Elefant anziehen. Gopferdeckel.

Saturday, June 6, 2015

Eine Variante, sich Sonnenbrand zu holen

Heute war ein richtig schöner Sommertag, einen, den man als eingefleischter Töfffahrer eigentlich beim Kurvenwetzen oder Dreck schleudern verbringt. Würde man meinen.
Stattdessen reiste ich am Morgen in meine Talgarage, stellte 2/3 deren momentanen Inhaltes auf den Vorplatz, und fing an, Sachen abzuschrauben.
Der Knochbrecher brauchte einen Ölwechsel, ebenso die Husky vom Brüetsch; der KTM musste die Kette geputzt und gefettet werden; Ölstandskontrolle bei der Buell...
Zudem bekam ich am Donnerstag die Dakar vom Besitzer zurück. Die soll in September durch die MFK, sifft Öl aus alles möglichen Ritzen und ist allgemein schlecht zwäg.
Ich freute mich auf den Schraubertag im Freien. Es waren so viele Leute auf der Strasse - Dosen, Drahtesel, begabte und weniger begabte Motorrädler - dass es mich irgendwie gar nicht reizte, eine Tour zu unternehmen. Lieber die Hände dreckig machen, Ölflecken verteilen und mir einen feuerroten Sonnenbrand holen.
Der Brüetsch tauchte anfangs Nachmittag auf, gerade rechtzeitig, denn bei der Bämwäh war ich an verrostete Schrauben gelangt die ich nicht rausdrehen konnt. (Manchmal fehlts einfach in den Oberärmen.) Ich hatte schon vieles demontiert und das Öl abgelassen. Dabei kam ein Igel zum Vorschein, was nicht weiter verwunderlich war.
Mein Ziel war eigentlich, den Motor bis am Abend ausgebaut zu haben, aber wir mussten einsehen dass die bayrische Ingenieure auf ganz gescheit gemacht hatten und die Motorhalterung nur mit einem speziellen Vierzackenrohr zu lösen ist. Mit den gängigen Werkzeugen ist da nix zu machen.
Trotzdem, wir konnten feststellen, was ich vermutet hatte - es lohnt sich kaum, den jetzigen Motor, über 50t km alt, zu flicken. Lieber grad ein Ersatzmocken reinbauen.
Etwa 0.5L Kühlflüssigkeit war im System; es sollten 1.3L sein. Und ich hatte am Dienstag noch aufgefüllt. Öl leckt von der Getriebewelle, sämtlichen Leitungsanschlüsse und dem Zylinderkopf. Und eben, die Späne im Öl... Ein neuer Motor macht viel weniger Stress als die ganzen Defekte dieses Motors zu beheben.
Jetzt heissts gross Geld ausgeben: Ersatzmotor, Kettensatz, neuer Lenker, ABS Sensor (weil MFK, nicht weil sinnvoll; ging bisher ganz gut ohne), evtl. einige Elektrokleinteile.
Der Mech hatte 1600.- offeriert. Ich will das Ding für etwa einen Tausender durch die MFK bringen. Und nacher gehört sie mir, weshalb die ganze Geschichte in meinem Interesse ist. Nun mal schauen, ob ich den Ersatzmotor, den ich im Auge habe, zum gebotenen Preis bekomme. Das BMW-Werkzeug ist bereits bestellt.

Monday, May 25, 2015

Töffferien, die keine waren

 Es fing alles gut an - so die ersten 1-2 Stunden. Am Auffahrtsdonnerstag fuhren wir ab, der Brüetsch und ich, auf Buell und Benelli.
Der Benelli ging dann in Uri die Most aus. Tankanzeige defekt.
Na ja, halb so schlimm. Ich ging auf der Buell 750 mL holen (für irgendwas hat man eine Trinkflasche dabei, auch wenn sie nie mehr als Trinkflasche benutzt werden kann wenn mal Benzin drin war. Den Geruch kriegt man ums verrecken nicht weg). Oberalp und Lukmanier waren schön, wenn auch etwas verkehrreich. Man merkt dann beim Überholen-wollen auch den Unterschied zwischen 140 Italo-PS und die 100 der V2... Wenigstens wars trocken, und in Italien wurde es richtig warm und sonnig.
Am Nachmittag hatten wir die Berge vorerst hinter uns. Am ersten Tag wollten wir das Plateau möglichst überquert haben, um am Freitag Ligurien in Angriff nehmen zu können. So kam es dann auch, obwohl die Benelli die Diva ein zweites Mal raushängen liess und die Hauptsicherung verbratete. Der Brüetsch war so weitsichtig und hatte einen Ersatz mitgenommen, also war auch dieses Problem innerhalb einer Stunde behoben. Den Sicherungsdeckel liess er gleich weg, und ein Scheinwerfer hängte er ab, um die Sicherung zu schonen. Die zwei Ersatzsicherungen, die er  gleichentags in einem Baumarkt besorgte, wurden nicht mehr verwendet. Wenn er LEDs in die Scheinwerfer einbaut sollte die 30A-Sicherung auch heisses Wetter standhalten können.
Am ersten Abend übernachteten wir im Hotel Rallye in Voghera. Der Regen, der einsetzte, endete etwa gleichzeitig mit unserer Abreise am nächsten Morgen, und so konnten wir uns frohen Mutes in die Berge schwingen. Etappenziel war Florenz.
Der Brüetsch fand eine winzige, holprige Bergstrasse die uns einige schönen Aussichten beschehrte. Beim Rauffahren kam bei der Buell plötzlich die Motorlampe. Sie lief ganz normal also dachte ich nichts schlimmes dabei. Das US-Map, welches ich letztes Jahr draufmachen liess, macht immer wieder Probleme, und das Beast mag ja keine Feuchtigkeit... Ich dachte, es sei harmlos, wie üblich.
Wir machten Fotohalt, tankten in einem Bergkaff 100 Oktan, kamen wieder auf eine grössere Strasse... Es begann wieder grosse Tropfen zu regnen also hielten wir wieder an, damit ich mir meine Regenhosen über die Rokker-Jeans ziehen konnte. (Ja, ich toure in Jeans und Textiljacke. Spart einiges an andere Klamotten und ist super zum rumklettern oder mal durch ein Dorf schlendern, wenn wir irgendwo was entdecken welches ein Absteigen und Rumlaufen erfordert.)
Schwang mich wieder in den Sattel, drückte den Starter...
Kla-klack.
Und mehr war da nicht rauszuholen.
Die Batterie wars nicht; die wurde letztes Jahr gewechselt, und die Lämpchen leuchteten normal. Die Zündkerzen waren auch ganz frisch. Der Brüetsch zog sich Helm und Handschuhe aus und machte sich mal schlau - so gut es ging, ohne Multimeter.
Er hatte schlauerweise Kupferkabel - irgendwelche Audiokabel, die sich gut abisolieren liessen - eingerollte und mitgebracht. Mittels diesen stellten wir fest, dass meine Batterie Strom zog. (Die Benelli ist mittlerweile mit einem kraftvollen Lithium-Block ausgestattet. Ohne selbigen wäre die Reise wohl ganz anders verloffen.) Der Brüetsch sagte, das Problem sei entweder Stator oder Regler.
Die Benelli lud die Buell soweit, dass sie wieder starten konnte. Und wir fuhren weiter, einige Kilometer. Aber das Problem war nicht mehr wegzukriegen. Die Buell begann bald zu husten und zu spucken. Die Lämpchen wurden immer dunkler. Sie hatte kaum Leistung, aber manchmal kam sie doch wieder, wenn ich den Hahnen voll offen hatte... Es war stellenweise richtig gefährlich.
Irgendwann stellte de Motor einfach ab. Zum Glück rollten wir gerade bergab und ich konnte in eine Bucht rein. Dort verbrachten wir die nächsten 20 Minuten. Die Benelli lud die Buell und der Brüetsch checkte meine Sicherungen und sämtlich Stecker und Elektroleitungen durch.
Am Schluss waren wir uns einigermassen sicher, dass der Alternator schuld war. (Ich sehe gerne auf Vorrat schwarz, damit ich nicht frustriert bin wenn ich recht behalte und mich freuen kann, wenns doch nicht so schlimm ist.)
Das war keine Reparatur für den Strassenrand. Ich fand den nächsten Harley-Mech in Genua, etwa eine Stunde entfernt. Wir dachten, mit wiederholtem Laden würden wir es vielleicht schaffen. Es war Mittagszeit, und gemäss Internet hatte er werktags bis 19 Uhr offen, also sollte es zeitlich reichen.
Wir sammelten alles wieder ein und fuhren noch mal ab. 15 Minutes laden reichten schlussendlich für 15 Minuten Fahrt. Regenwolken sammelten sich langsam. Als der V2 dieses Mal starb steuerte ich das Beast zu einem Parkplatz am Strassenrand. Kilometer 69 der SS45, Ausfahrt Zerba. Und dort verbrachte ich die nächsten viereinhalb Stunden. Ich hatte natürlich ein Buch dabei, also war die Zeit nicht ganz verloren.
Ich telefonierte meine Versicherung, welche mir einen Abschleppdienst organisierten. Gar nicht so einfach, am Auffahrtswochenende. Es vergingen drei Stunden, bis der Lastwagen auftauchte.

Ich musste der Versicherung und den Abschleppern klarmachen, dass sie das Moped nicht dem nächstbesten Mech hinstellten, sondern dem Harley Mech in Genua. Auf Schweizerdeutsch geht es, aber ich lerne erst seit anfangs Jahr italienisch; mit den Abschleppern reden war schon schwieriger.
In der Zwischenzeit war der Brüetsch nach Genua gefahren und hatte uns einen rollenden Ersatz besorgt. Eine kleine graue Fiat 500, die ich sofort Maus taufte. Und mit dem Kärreli machten wir in den nächsten 6 Tagen über 2000 Kilometer.
Die Idee für diese Reise stammte aus dem Wunsch von mir, die verlassene Stadt Craco zu besuchen, ganz im Süden, in Kalabrien. Ich hab eine Faible für verlassene Orte, und nicht erst seit der Reise nach Pripyat und Tschernobyl letztes Jahr.







Auf dem Weg in den Süden sahen wir noch Florenz
Florenzer Wohnungen, am Aussenwand eine Brücke.



Rom
Ruine des Koliseum
den Vatikan
Der Platz vor dem Petersdom
 Anzio
Basilica di Santa Teresa
Napoli
Castello dell'Ovo
Pompeii
Badehause, eingangs der Ruinen
und kamen endlich nach Craco.
Die verlassene kalabrische Stadt
Die Buell war erst am Mittwoch wieder abholbereit, da der genuesische Mech über das ganze Auffahrtswochenende geschlossen hatte. Wir besuchten in der Zeit auch noch die verlassene, oder ehemals verlassene, Ortschaften


Sowie einige Burgruinen. Somit wurde eine regelrechte "Ruinen-Tour" draus. Das Reisen mit Auto hat halt den Vorteil, dass das fahren selber unwichtig ist, und man hat Zeit für anderes. Wir konnten die Ferien also doch geniessen, wenn auch nicht planmässig.

Wie gesagt, die Buell war am Mittwoch abholbereit. Dies, obwohl das Harley Verteilzentrum in Belgien einen falschen Regler geschickt hatte. Der Mech holte sich Erlaubnis von einem Kunden, den Regler eines verkauften XB12S zu nehmen und bei mir zu installieren, damit ich weiterfahren konnte. Das nenne ich Service.
Leider kehrte das Wetter gleich am nächsten Tag. Solange wir die Maus spazierenfuhren hatten wir blauen Himmel und Sonnenschein. Kaum waren wir wieder auf zwei Räder unterwegs goss es wie aus Kübeln. Seufz. Also machten wir uns auf dem Heimweg, ziemlich direkt, durch den Westen anstatt wie Südtirol, da sich dort die Wolken besonders dick stauten.
Der San Bernardino Pass war zu; aus der Gallerie des Tunnels sahen wir schneebedeckte Tannen. Und kalt war es. Da gab es keinen Grund, nicht drei Tage früher zu Hause einzutreffen.
Pessimistisch gesehen kann man sagen, ich fuhr nach Italien um den Regler ersetzen zu lassen. 1300 km nach neun Tage Ferien ist ein Witz - das schaff ich im Sommer normalerweise mit Pendeln und Wochenendausfahrten.
Aber optimistisch gesehen war's gar nicht schlecht. Die Versicherung zahlt den Mech, und mittels Maus konnten wir einiges anschauen, das wir sonst links liegen gelassen hätten. Und hey - ohne Töffklamotten habe ich tatsächlich etwas Bräune bekommen.

Thursday, May 7, 2015

Abgeliefert

Heute morgen früh um 7 stand ich vor der Carrosserie Weyl. Eigentlich machen die erst um halb 8 auf, aber ich hatte kaum die KTM abgedeckt, war Zsuka schon da. Er klopfte dem Kürbis aufs Hinterrad und murmelte etwas billigendes. Sogleich dann ein Kaffee angeboten, dass ich kaum Zeit hatte seine eigene gebrushte TDM zu bewundern. Wer sagt's - er hatte auch Rosteffekte und ein Biohazard-Emblem drauf. War klar, dass er definitiv der richtige Mann war um mein Kürbis zu bearbeiten. (Mein Rost und Biohazards werden schon anders aussehen. Da mach ich mir keine Sorgen, dass Bumpkin mit einer TDM als Zwillingsstück leben muss.)
Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Er zeigte mir das erste dreier Bilder, die er für sich selber malt, und erklärte mir seine Hintergedanken dazu. Gefällt mir immer, wenn Zeichen und Objekte eine Symbolik beinhalten, und nicht einfach wegen dem Cool- oder Nerv-Faktor gewählt werden. Ich hielt die abmontierte Plastikteile an den Bike, damit er sich ein Bild davon machen konnte, und machte ihm klar, dass meine Skizzen wirklich nur auf grobe Impressionen raus waren. Er solle bloss so schaffen, wie's ihm passend erscheint. (Darauf meinte er ohne eine Wimper zu zucken, dass er die Kiste pink überjauchen werde.)
Innert einer halben Stunde, währenddem seine Freude am ganzen sichtlich weiter wuchs, hatte er mein Konzept dezent umgestrickt und erweitert. Weniger Nieten, feine Linien an den Kanten, 3D-Embleme, KTM-Schriftzug hinten am Heck ("aus Respekt für die Marke"), orange Highlights an der Maske, leichter Rostansatz am Tankeinlass, bisschen Blutspritzer (Er: "Vielleicht extrem... Also, für mich nicht, aber..." Ich: "Extrem ist gut. Machen."), matter Finish. Wird unverkennbar eine KTM bleiben, aber mit einem Schuss Mad Max und einer Prise Judge Dredd.
Ich freu mich wie blöd auf die Karre, umso mehr weil ich weiss, dass Zsuka Spass an seiner Arbeit haben wird und mit Leib und Seel dahintergeht. Und ich muss sagen, es hat jetzt wirklich lange gedauert, bis ich mich zu dem Rostkonzept bekennt habe, aber ich bin mir sicher, es ist das richtige. Das Bike wird nämlich mit der Zeit, mit steigender Laufleistung und immer mehr Abnutzung, nur noch besser und "echter" aussehen.

Wednesday, July 9, 2014

Murphy zum x-ten

Ich würd dem Kerl am liebsten den Hals umdrehen.
Heute Abend bei Vogel nachgehakt, ob ich den Beast morgen holen könne.
Der Bescheid: Unmöglich. Das Lambdasondenkabel, anfangs letzter Woche bestellt, kommt erst morgen, vielleicht Freitag. Wenn alles nacher wirklich gut lauft ist die Arbeit am Freitag, eher Samstag, fertig.
Für mich tönt das nach nächste Woche.
Fuck. This.

Saturday, April 26, 2014

V8 von unten





Am Mittwoch nahmen der Brüetsch und ich wieder Mal die Werkstatt von unserem Onkel in Beschlag. Er hat ein Autolift, und um die Ölwanne des Dodge auszuwechseln war sowas vonnöten.
Nachdem der Süffel über 2-3 Wochen Stillstand eine rechte Öllache auf dem Boden meiner Talgarage hinterliess nahmen wir uns die Sache an meinem letzten Ferientag an.


Etwas Recherche im Internet sagte uns, dass ein Dodge-Mech sechs Stunden Aufwand einrechnete für die Auswechslung der Ölwanne. Wir rechneten natürlich mit mehr Zeit; am Schluss brauchten wir neun Stunden.
Wir mussten die Vorderachse auseinandernehmen, die Lenkstange lösen, das rechte Rad abmontieren, und zum Schluss noch eine massive Metallhalterung bei der Wanne lösen und umbiegen, aber zum Glück war nix mit Motor absenken. Immerhin.
Es war ganz interessant, so eine V8 von unten zu bewundern. Die Zylinder sehen ganz gut aus für ihr Alter. Der Motor könnte locker noch 200'000 km überleben. Die Schwachstelle beim Süffel wird wohl sein Getriebe und der Automat sein...

Die Ölwanne war wohl schon mal weg; nur haben die Genies letztes Mal die alte Dichtung wieder verwendet und einfach mit Flüssigmasse ausgebessert. Zum Glück kams mit Bremsreiniger recht gut weg. Alles wieder zusammengebaut und dabei jede Schraube mindestens zweimal angezogen und wieder gelöst, denn die Ami-Toleranzen machen den Zusammenbau zu einem rechten Puzzle. Fünf Liter 10W-30 eingefüllt und angelassen.
Ein extrem lautes Ticken kam aus dem Motor und liess auch nach mehreren Minuten nicht nach. Wir machten uns schon Sorgen, dass die Kurbelwelle irgendwo anschlug; dass die Wanne nicht sauber montiert war und den Ölaufnehmer gegen die Welle drückte. Aber als ich zu Hause ankam war's weg. Auch das leichte Surren, das er vor dem Wannenwechsel hatte, war verstummt. War wohl nur Ölmangel am Anfang.

Nun stehen die nächsten Unterhaltsarbeiten an. Die Bremsbeläge vorne sind durch, und am Auspuff hat der Brüetsch ein Riss entdeckt, das unmöglich geschweisst werden kann. Also neues Auspuffrohr besorgen und montieren. Die Arbeit hört nie auf bei der Karre.

Sunday, December 1, 2013

Voll abgehangen

Vor drei oder vier Wochen hab ich das Beast nach einer ganz normalen, ziemlich kalten und sogar nassen Ausfahrt eingestellt und seit dem nie wieder angelassen. Nun hängen Rahmen und Gabel von der Decke; die Schwinge steht in einer Ecke und der Motor hockt einsam auf dem Arbeitstisch. Innerhalb von vier Stunden wurde aus einer funktionierenden Maschinen ein Trümmerhaufen.

Okay, ganz so schlimm ist es nicht. Zwischen Weihnachten und Neujahr bringe ich den Motor zu Lucky für eine Komplettrevision. Mein Mech machte mir eine Offerte über 7000.- für die Auffrischung, ohne Kurbelwelle. Das kann ich mir nicht leisten, und ich glaube eh, dass die Kurbelwelle auch nicht mehr ganz gesund ist. Ich will, dass der ganze Mocken auseinandergerissen und jedes Teil kontrolliert wird. Netterweise erklärte sich der Brüetsch bereit, mir beim Ausbau des Mockens behilflich zu sein, damit ich's dann dem Lucky bringen kann.



Gestern kam das Beast zuerst mal in die Werkstatt, die dummerweise im UG ist. Zum reinkommen gibt's nur eine Treppe und die Türe befindet sich rechts davon. Mit Hilfe sämtlicher anwesenden männlichen Familienmitglieder (bin immer wieder froh, dass ich keine Schwestern habe) wurde die Buell vorsichtig hinderschi über Bretter runtergerollt, um die Ecke gehievt, und auf den Tisch gebracht. Lift wäre praktischer, aber mit fünf Leute geht's auch. Nachdem sie an ihrem Platz kam haben der Brüetsch und ich die kleinen Arbeiten erledigt: GFK-Teile abmontiert, Fussrasterplatten weg, Hinterachse gelöst, und zum Schluss das Öl abgelassen, damit es über Nacht austropfen konnte. (Wir haben den Motor schliesslich nicht warm laufen lassen, bevor wir die Ölschrauben rausnahmen.)

Nimmt mich Wunder, wann das Getrieböl zum letzten Mal kontrolliert wurde. Für was bringe ich die Karre all' 8000 km in den Service?
Links das Getriebeöl, wie Kotze. Rechts Motorenöl, der ja alle 3000 km neu ist...

Und der Dreck. Mensch. Überall Öl und Ablagerungen und Staub und tote Viecher. Was sich in 91'500 km alles so ansammelt.
Solch schwarze Öl/Dreck-Ablagerungen gibt's vom Zünddeckel bis hinten.

Heute, Sonntag, kam dann der Rest dran. Sämtliche Leitungen abhängen, hinten von einem Dachbalken hochrätschen damit wir die Schwinge abmontieren können, noch mehr Leitungen entdecken zum abkoppeln, laufend Dreck und Öl und Staub abwischen und wegblasen, die wichtigen Bolzen lösen, wieder Leitungen abhängen und dann zum x-ten Mal kontrollien, dass auch alles frei ist... Und gaaaanz vorsichtig den Motor absenken.



Der Brüetsch meinte, es sei wie in alten Zeiten: künstliches Licht, kalte Finger, überall Dreck und 'nen Töff aufm Tisch. Jawohl. Da könnte man glatt sentimental werden








Alles verlief ohne Komplikationen, ohne Schaden, ohne Frust und ganz nach Plan, was ja ziemlich selten vorkommt. Nun, bis im April oder Mai, wann auch immer der Motor fertig ist, bleibt der Rahmen als Deckendeko hängen.