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Sunday, December 6, 2015

Schwarz und schmierig

Der Ölwechsel am Süffel war etwa ein Jahr überfällig... Das Öl sah entsprechend aus. Beim Ausbau des Filters fielen noch grosse Rostbrocken vom Chassis runter. Und die Ölwanne musste ich auch umleeren weil mir prompt die Ablassschraube reinfiel. Gab eine ziemliche Sauerei.
Sogar das Foto sieht aus, als ob ein Ölfilm darüberliegt.

Muss jetzt wieder Filter besorgen; hab gestern den letzten verbaut.

Tuesday, November 24, 2015

Sunday, October 18, 2015

Lenkstange

Ich hab diesen Blog etwas vernachlässigt in letzter Zeit. Nicht, dass es nichts zu berichten gäbe - die KTM hat ein paar Kratzer abgekriegt, ich war an meinem ersten Offroad Dragrace und will mir jetzt auch so ein Open-Class-Monstrum bauen, der 50erli von jüngstem Bruder hat eine Sturz überstanden und ein MFK-Experte durcheinander gebracht, und gestern war ich an einem Wheelie-Kurs. Diese Posts fehlen halt, weil... Na ja, weil ich jeweils keine Fotos machte und Posts ohne Fotos sind nicht so interessant.
Heute jedoch hab ich einige Schnappschüsse gemacht, denn der Brüetsch, der am Freitag seine Diva von Maniac Motors in Nürnberg holte und dafür meinen alten Süffel verwendete, hat mir aus Dank, Neugierde oder Langeweile mal eben die Lenkstange im Dodge gewechselt.
Ich hatte am Montag bei RockAuto eine neue Lenkstange und das dazugehörige Getriebe bestellt; am Freitag war es bereits angekommen. Seit längerem lottert die Steuerung beim Süffel; man musste das Steuerrad ein Achtel nach links halten, dass er geradeaus fuhr. Das ist jetzt vorbei. Das Lenkgetriebe und die Pitman-Stange werden bei Gelegenheit dann auch mal gewechselt, aber dazu muss ich zuerst einige Werkzeuge und Flüssigkeiten besorgen. Die neue Stange hat das Problem aber bereits grösstenteils behoben. Die Steuerung ist wieder satt und direkt. Grad rechtzeitig auf den Winter, denn der erste Schnee war schon da, und ich hab eben am Dienstag die Winterfelgen montiert.


Sunday, January 11, 2015

Fehlercode P0138

Vor gut einem Monat leuchtete plötzlich das gelbe "Check Engine" Lämpchen im Dodge und liess sich nicht mehr wegmachen. Beim Auslesen bekam ich zwar Details...
Auch bei 20-jährigen Göppel gehts nicht ganz ohne Computer.
...aber schlau wurde ich erst dank Google. Und zwar kann der Fehlercode P0138 diverse Ursachen haben aber üblicherweise heissts einfach, dass der zweite CO2-Sensor, also derjenige, der ausgangs Kat steckt, kaputt ist.
Der Brüetsch - toller Kerl, der Brüetsch - besorgte mir noch am letzten Tag seines USA-Aufenthalts einen Ersatzsensor. Dann blieb die Sache eine Weile liegen, weil ich eh mit einem anderen Fahrzeug unterwegs war.
Ich kümmerte mich dann am Donnerstag drum. Im Youtube ein paar Videos angeschaut, nur um sicherzugehen, dass der Ersatz wirklich so einfach ist wie's aussieht - und tatsächlich, die Videos waren ermunternd. "Ausstecken," hiess es. "Sorgfältig rausdrehen," hiess es. "Neuer Sensor reindrehen, Stecker einstecken, Probefahrt und OBD-Reset machen," hiess es. Puh, peanuts - das werd ich ja wohl schaffen.
Also lag ich am Donnerstag mal unter dem Süffel. Der Sondenaufsatz, der mir den Brüetsch mitgegeben hatte, taugte schon mal nix, weil oben zu lang um Zwischenstücke oder Adapter einzustecken, und die einzige 3/8"-Rätsche die ich habe ist mein Drehmomentschlüssel. Aber macht nix - der Sechskant an der Sonde ist ein 22er; da hab ich ja diverses.
Nur, ein 22er Ringschlüssel passte nicht über den Steckerende. Mein 22er Zündkerzenaufsatz war genau zu kurz. Die 22er Gabelschlüssel ruschte ab. Trotz tagelang einwirkender WD-40 war das Ding so festgerostet wie... na ja, wie alles andere am Unterbauch des Süffels.
Der Brüetsch musste mich wieder mal aus der Patsche helfen, und ich darf mir eine Liste schreiben mit Werkzeugen, welche mir noch in der Garage fehlen:
  • Bunsenbrenner
  • Grosser, also richtig grosser, Hammer
  • 3/8" Rätsche
  • Grosse Wasserpumpenzange
Zwei andere Werkzeuge haben wir grad vor Ort gefertigt, nämlich einen kleinen und einem grossen Verlängerungsrohr, als Hebel. Denn - wen wundert's - die Lösung war wie beim Erneuern der Stossdämpfer das Archimedes-Prinzip. Mit einem genug langen Hebel kann man jedes Gewicht stemmen.


Ich habe leider keine Fotos von der Arbeit unter dem Dodge. Das iPhone taugt als Kamera wenig und im Dunkeln gar nichts. Aber vom Resultat gibt's Schnappschüsse.
Links ist der alte Sensor, mitsamt verkafletem Sechskant. Der Brüetsch meinte, der Ami-Sensor sei ins europäische Gewinde vom Kat hereingezwängt worden - das würde erklären, weshalb das Herausdrehen so schwer ging, auch nachdem der Rost gebrochen war. Wir haben den neuen Sensor gut mit Kupferpaste eingeschmiert und reingedreht - wird ja wohl nicht so bald ersetzt werden müssen.


Der alte Sensor landete im Müll. Beim Versuch mit dem Ringschlüssel war der Stecker weggeschnitten worden. Beim Versuch mit einem längeren Zündkerzenaufsatz vom Brüetsch war die Kabelhalterung abgebrochen. Mit dem ist nix mehr zu wollen.
Der Reset funktionierte einwandfrei, und das gelbe Leuchten ist weg. Ziemliches Erfolgserlebnis, sowas. Bei der nächsten Flickete mit Rostbefall weiss ich von Anfang an - zuerst mal mit einem ganz langen Hebel dahinter. Spart viel Zeit und Gefluche.
P.S. BMW-Eintrag verschiebt sich ein wenig.

Sunday, October 26, 2014

Vörig Zeit

Eigentlich war heute für ein Wheelie Training, durchgeführt durch das FM Team, reserviert. Gestern Nachmittag erhielt ich jedoch ein SMS: wegen einer Lärmklage wurde das heutige Training abgesagt, bzw. verschoben.
Also hatte ich plötzlich einen ganzen Tag zur freien Verfügung. Schön ausschlafen, ausgiebig frühstücken, dann mit dem Beast in die Talgarage bummeln.
Räderwechsel beim Dodge; der ist hiermit für den Winter gerüstet. Das Viecheli ist auch einigermassen sauber. Sie bleibt natürlich nicht lange so, aber immerhin ist der Salz vom Freitag abgeputzt.
Hab auch was beim Kürbis probieren wollen... Aber zu dem gibts morgen einen Blogeintrag.

Saturday, April 26, 2014

V8 von unten





Am Mittwoch nahmen der Brüetsch und ich wieder Mal die Werkstatt von unserem Onkel in Beschlag. Er hat ein Autolift, und um die Ölwanne des Dodge auszuwechseln war sowas vonnöten.
Nachdem der Süffel über 2-3 Wochen Stillstand eine rechte Öllache auf dem Boden meiner Talgarage hinterliess nahmen wir uns die Sache an meinem letzten Ferientag an.


Etwas Recherche im Internet sagte uns, dass ein Dodge-Mech sechs Stunden Aufwand einrechnete für die Auswechslung der Ölwanne. Wir rechneten natürlich mit mehr Zeit; am Schluss brauchten wir neun Stunden.
Wir mussten die Vorderachse auseinandernehmen, die Lenkstange lösen, das rechte Rad abmontieren, und zum Schluss noch eine massive Metallhalterung bei der Wanne lösen und umbiegen, aber zum Glück war nix mit Motor absenken. Immerhin.
Es war ganz interessant, so eine V8 von unten zu bewundern. Die Zylinder sehen ganz gut aus für ihr Alter. Der Motor könnte locker noch 200'000 km überleben. Die Schwachstelle beim Süffel wird wohl sein Getriebe und der Automat sein...

Die Ölwanne war wohl schon mal weg; nur haben die Genies letztes Mal die alte Dichtung wieder verwendet und einfach mit Flüssigmasse ausgebessert. Zum Glück kams mit Bremsreiniger recht gut weg. Alles wieder zusammengebaut und dabei jede Schraube mindestens zweimal angezogen und wieder gelöst, denn die Ami-Toleranzen machen den Zusammenbau zu einem rechten Puzzle. Fünf Liter 10W-30 eingefüllt und angelassen.
Ein extrem lautes Ticken kam aus dem Motor und liess auch nach mehreren Minuten nicht nach. Wir machten uns schon Sorgen, dass die Kurbelwelle irgendwo anschlug; dass die Wanne nicht sauber montiert war und den Ölaufnehmer gegen die Welle drückte. Aber als ich zu Hause ankam war's weg. Auch das leichte Surren, das er vor dem Wannenwechsel hatte, war verstummt. War wohl nur Ölmangel am Anfang.

Nun stehen die nächsten Unterhaltsarbeiten an. Die Bremsbeläge vorne sind durch, und am Auspuff hat der Brüetsch ein Riss entdeckt, das unmöglich geschweisst werden kann. Also neues Auspuffrohr besorgen und montieren. Die Arbeit hört nie auf bei der Karre.

Thursday, December 12, 2013

Angel Eyes

Blue eyes
Die alten Scheinwerfer waren nicht mehr wasserdicht, also hab ich ein Paar smokey LED Augen aus den USA kommen lassen für meinen guten alten Süffel. Sie sind sogar legal, da er ja Typenschein X hat.
Augenhöhlen
Der Einbau dauerte gut fünf Stunden, bis in die Nacht hinein. Brüetsch und ich mampften unser Abendessen halt so nebenbei.
Znacht und Schrumpfschläuche
Die mitgelieferten 9006-Glühbirnen sind nicht so hell wie die alten 9007er, und ich brauche orange 3157er für die Blinker weil weiss weder klar sichtbar noch legal ist. Ein lastunabhängiger Relais ist bestellt und unterwegs. (Vorher blinkten drei Lämpli pro Blinker, jetzt nur einer.)
Aber das sind kleine Sachen. Sieht auch so richtig scharf aus, der Süffel.
Nettes schwarz

Saturday, November 16, 2013

Ausflug einer alten Dame


Diese alte Dame wurde heute, wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem halben-jahrhundertjährigen Leben, huckepack genommen. Dort wo sie hinkam stand der Benelli vom Brüetsch und der Benelli sollte eben wieder nach Hause. Klar, man hätte die BMW raus- und die Benelli heimfahren können. Aber Bacchus ging eh in die Richtung und es ist kalt, erst recht auf so 'nem betagten Moped aus der Zeit als BMW noch nix von Heizgriffen wusste.


Auf der Autobahn hat uns dann einer mit einem älteren 3er BMW Daumenhoch und grossem Grinsen gezeigt. Mit ner GS wäre das wohl nicht passiert...

Sunday, November 10, 2013

Winterfest

Bacchus kam am letzten Mittwoch zurück aus Serbien. Anfänglich konnte ich ihn nur im Licht einer Taschenlampe bewundern, aber auch so konnte ich das Gold im Schwarz sehen. Im Sonnenschein hat er einen markanten Bronzestich, und beim fahren ändert sich die Farbe; teilweise könnte man meinen, dass er ganz in Gold lackiert wurde. Wirklich eine lässige Farbe.
Beachte den Stossdämpfer. Von Rost und Dellen keine Spur.
Bei mir ist der Schnee zwar noch nicht angekommen - im Moment windets und regnets nur. Aber gemäss Vorhersage solls heute noch weiss werden bei mir. Seit gestern rollt der Dodge auf Winterpneu, und die BMW ist unten in der Talgarage. (In diesem Bild ist sie nicht kaputt. Hab sie bloss huckepack genommen um sie in die Garage bringen zu können. Muss zwar den Starterknopf checken; irgendwo ist einen Wackel oder ein Kurzschluss. Aber laufen tut sie. Eigentlich.)

Seit zwei Wochen steht auch die Zeltgarage; so bin ich jetzt wirklich parat für den Winter. Ich werde schauen, dass das Zelt dieses Jahr regelmässig von Schnee befreit wird; dann sollte sie bis Ende der Schneesaison stehen bleiben können.
Wäre natürlich schön, wenn sich das Wetter weiterhin mit Regen zufriedengeben würde, statt Schnee... Jetzt kommt sogar noch die Sonne raus. Schneeloser Winter - das passt mir schon gut.

Monday, October 21, 2013

Goldglitzer

Ich fragte den Brüetsch, ob er nicht weitere Föteli vom Lackierer erhalten habe.
"Nö."
"Och."
"Ey, wenn man vom Teufel spricht..."
Und tatsächlich, innerhalb von fünf Minuten hatte ich neue Bilder. Und ein riesiges Grinsen im Gesicht. Der Goldglitzer im Schwarz ist noch schöner als erwartet; richtig stark!
Die Ladefläche wurde auch sauber renoviert. Der Rhino-Anstrich wird die Strapazierung durch Dreck, Wetter und Motocross-Beladung viel besser aushalten als der alte Schaumstoffbelag.
Der Lackierer bekommt ein Bonus. Nur schon wegen dem Arbeitsethos. Ich hab' so 'ne Freude. Kanns kaum erwarten, meinen Süffel in echt bewundern zu können.

Wednesday, October 9, 2013

Gelbsucht

Aha. So sieht der Bacchus also innen aus. Nicht schön. Sie haben das Schweizer Salz wirklich nicht gern, die Ami-Karren.

Ich hab die ersten Bilder vom Lackierer bekommen. Er hat viel Arbeit vor sich. Und ich krieg für meine €2000 einen unglaublich guten Deal.
Ach, und das Rostloch in dem Radkasten hinten links?
Das Loch gibt's nicht mehr.

Ich denke, der Süffel ist dort unten gut aufgehoben. Aber ich freu mich drauf, ihn wieder zu haben, denn morgen kommt der erste Schnee.

Monday, September 30, 2013

Balkan Tour - Schweiz-Rumänien

Zehn Tage. Zwölf Länder. Vier tausend dreihundert fünfzig Kilometer.

Am späten Nachmittag des 19. ging's los, zu dritt im Single Cab, mit Gepäck und zwei grosse Nicht-Tourer hinten auf der Ladefläche.

Der Brüetsch und sein Kollege wären wohl die Nacht durchgefahren aber ich weigerte mich. Wir waren in den Ferien und Stress hatte da nix verloren. Beim Stuttgarter Flughafen fuhr ich ab der Autobahn und besorgte uns ein Hotel. Wir waren am nächsten Morgen wieder unterwegs bevor's überhaupt hell wurde und am frühen Nachmittag am Ziel.

In Novi Sad wurden die Motorräder abgeladen und weggesperrt. Bacchus wurde dann erst Mal dem Lackierer vorgeführt.
Ich brauchte einige Zeit um mich für eine Farbe zu entscheiden. Logisch - Bacchus' Haube war voll mit Farbmustern. Die Idee mit roten Streifen auf schwarzem Grund wurde - erwartungsgemäss - verworfen. Zu normal. Die Farbe für die ich mich endlich entschied ist zwar nicht sofort auffällig, hat aber einen speziellen Effekt und wird auch gut als Basis funktionieren falls ich den Truck zwischendurch mit Folienverzierungen aufpeppen will. Und weil ich auf Streifen und Logos verzichtet kostet die Rundumerneuerung nur €2000, einige hundert weniger als ursprünglich angedacht.
Updates mit den Fortschritten des Lackierers folgen, wenn/falls ich Fotos bekomme.

Nachdem ich mich endlich für einen Lack entschieden hatte gingen wir zum Mech, der einen grossen Service durchführen wird. (Kostet in Serbien nur €250, also warum nicht?) Gruss, einmal rundum, und ich liess mein Auto in irgendeiner serbischen Einfahrt stehen. Wenn ein Kollege und der Brüetsch das ganze nicht schon mal durchgemacht hätten wäre mir ganz schön mulmig gewesen. Oder besser gesagt, ich hätte die Übung wohl gar nicht angebrochen.

Am Samstagmittag, nach einem kurzen Besuch am Platzmarkt, verabschiedeten wir uns vom Kollegen und liessen unsere Maschinen den Ostwind schnuppern. Am Abend zuvor in einer viel zu lauten Bar hatten wir uns entschieden, 800 Kilometer Umweg zu machen um den Drumul Transfagarasan in Rumänien zu fahren.





Auf den Weg dorthin besuchten wir Cugir, den Namensgeberort der rumänischen Kalaschnikow-Variante. Bei unserem Besuch war eine Roma-Festivität in vollem Gange, also mussten wir das Zentrum umfahren. Dafür sahen wir recht viel vom Städtchen und wurden wie überall im Land grinsend gegrüsst. BMWs gabs zu Hauf, und einige japanische Tourer, aber Sportmaschinen wie unsere sahen wir nirgendwo, und sie haben der Bevölkerung in jedem der besuchten Länder ziemlich viel Freude bereitet.






In Cugir suchten wir ein Strassen die auf meiner grossen Karte eingezeichnet war. Sie sollte südlich von der Stadt wegführen und später in eine Hauptstrasse eintreffen. In meiner transylvanischen Detailkarte war diese Route nicht drin - aus gutem Grund, siehe Bild. Solche Wege gibt's viele in Rumänien, und bei besserem Wetter/anderem Moped/mehr Zeit hätte ich gar nix dagegen, sie tagelang zu erforschen. Aber wir hatten ein Ziel und sind darum zurück auf die Hauptstrasse.



Von der Strasse in den Wolken selber habe ich leider keine gute Bilder weil es sehr neblig war. Oben am Pass hielten wir beim Markt an und kauften heisse Maiskolben als Handwärmer und zum Zmittag.

Ein rumänischer Junge starrte gebannt auf die Benelli bis ihn der Brüetsch ansprach, ob er darauf sitzen wolle. Der Junge holte sein Vater als Dolmetscher, da dieser etwas Englisch konnte, und so schwatzen wir noch einige Minuten bevors auf der Südseite den Berg hinab ging. Weiter unten gabs wieder Sonnenschein und trockene Strassen und wir konnten unsere Maschinen richtig ausfahren.

Wir blieben zwei Nächte in Rumänien. Am zweiten Abend waren wir in Bran, in einem Zimmer mit Sicht auf die berühmte Burg. Eigentlich wollten wir das Schloss besichtigen, merkten aber bei der Ankunft dass Rumänien in einer anderen Zeitzone ist und überhaupt war es spät. Am nächsten Morgen machte die Burg erst um Mittag auf; um die Zeit waren wir schon 200 km südlich, auf dem Weg nach Bulgarien.


Wir hielten kurz auf einem Parkplatz neben der Hauptstrasse um etwas zu trinken, Öl beim Beast nachzufüllen - sie hatte bereits tausend Kilometer hinter sich und brauchte dementsprechend wieder 300 mL - und die Beine ein bisschen zu vertreten. Streunende Hunde gibt es zu zehntausende in Rumänien; wo man auch hingeht verdreckte, kranke und verletzte Köter. In den vergammelten Flugzeugen die beim Parkplatz standen - keine Ahnung wieso die dort waren, aber als Ausstellungsstücke wurden sie nicht deponiert - hauste ein Mensch und ein Rudel der allgegenwärtige Streuner. Auf dem Parkplatz gab es ein Welpe, der nicht zum Rudel gehörte. Ich gab dem kleinen Kerl einen kurzen Kraul hinter den Ohren und er machte es sich sofort im Schatten der Buell bequem, während ich Öl nachleerte.

Die Streuner sind mir ziemlich egal und es ist wohl am besten wenn ihre Zahl zurückgeht. Aber ich hoffe doch, dieser Knäuel sieht ein nicht allzu hartes Leben entgegen. Ich wünschte ihm viel Glück, als wir uns wieder auf dem Weg machten.

An dem Tag brachten wir geschlagene 600 Kilometer hinter uns, wovon das meiste geraudeaus ging mit einem starken Wind von Nordwesten. Das Beast hatte gar keine Freude daran - ab andauernde 4000 Touren leuchtet die Motorenlampe. Wird wohl ein Zusammenhang mit dem Ölverlust haben, denn sie fährt sonst ganz normal für ihr Alter und schafft auch 160 km/h ohne mechanische Proteste. (Die knapp 90t km auf der Uhr lassen sich aber echt nicht mehr verleugnen...) So schafften wir es bis Nis, Serbien, nachdem wir ein Zipfel von Bulgarien durchquert hatten.

Ab dort geht's dann weiter im nächsten Berichtsabschnitt; für heute ist's genug.

Sunday, August 18, 2013

Doppelbelastung

Gestern bekam der Brüetsch seine neue Strassenmaschine, eine hübsche Benelli TNT. Wir verbrachten den Nachmittag auf der Crosspiste Niederbipp und holten die TNT nachher beim Verkäufer in der Nähe von Bern. Das war auch gleich ein Test für Bacchus, ob wir nächsten Monat (die Balkanreise wurde arbeitsbedingt verschoben) wirklich zwei grosse Töffs laden können, um nach Novi Sad zu fahren.

Ich denke schon.

Sunday, April 7, 2013

Screw this

Um 10 Uhr 30 stellte ich Bacchus in die Talgarage rein und holte den Dakar raus. Es war frostig, und die einte oder andere Schneeflocke taumelte faul aus dem grauen Himmel. Da ich das Beast gestern frisch gewaschen hatte reute es mich, sie schon wieder auf den kalten, dreckigen Strassen zu bewegen. Ich musste ja bloss kurz zu den Eltern und wollte in ca. sechs Stunden wieder zurück sein.
Es kam aber anders. Kurz vor 13 Uhr war ich wieder in der Talgarage, diesmal mit dem Brüetsch. Er holte sich aus meinem Teilelager ein paar OEM-Buell-Blinker für seine Kawasaki während ich die V8 startete.
"Komm, Süffel, du musst mir wieder mal die BMW  retten."
Wir haben den KLR vom Brüetsch aufgeladen und sind wieder zurück nach Hurden, zwischen Rapperswil und Pfäffikon, wo der Dakar mit plattem Hinterpneu am Strassenrand wartete. Das Ding hatte versucht, mich bei 80 km/h mit einem gewaltigen Schlenker in den Gegenverkehr zu katapultieren. Es ist mir ein Rätsel, wo die Holzschraube mit Torx-Kopf herkam, aber einen blöderen Ort zum Steckenbleiben hätte sie sich kaum aussuchen können.


Ich sollte in den nächsten Tagen den Kettenkit erhalten. So bekommt der Dakar gleichzeitig eine neue Kette und ein neuer Hinterreifen. Und dann geht er zurück zum Besitzer. Mir reicht's.
Jedenfalls bis zum nächsten Winter.

Sunday, November 4, 2012

Rost und Radlager

Archimedes' Prinzip greift auch bei verhockten Schrauben.
Bei vollem Lenkeinschlag knackste das Rad vorne rechts so laut, dass ich's in der geschlossenen Kabine hören konnte. Ich dachte sofort ans Lager. Beim Pneuwechsel vor einer Woche wurde der Verdacht bestätigt; das Rad liess sich rütteln auf der Achse. Anfangs Jahr wurde das Radlager vorne links ersetzt für die MFK; dass nun der rechte fällig wurde war keine Überraschung.
Der Brüetsch, der bis am Donnerstag in den USA weilte, besorgte mir noch schnell eine Hub Assembly von Timken - das $300-teure, gute Teil, nicht der billige Ersatz für $90.
Diverse Stäbe und die Federung wurden abgeschraubt.
Ich vereinbarte am Freitag einen Termin auf Mitte November mit Auto Lang, um das Lager zu montieren. Ich meinte, es brauche sicher pneumatische Geräte, um das Ding reinzupressen.

Der Brüetsch war anderer Meinung. "Was, Termin? Das machen wir selber."
Also gingen wir - vor allem er; ich war bloss Gango und zweites Paar Hände und Lehrling - heute dahinter.
Das alte Assembly war derart rostig, dass alles vom Hammer über grosse Schraubenzieher bis zum Brecheisen benötigt wurde, um es vom Halter zu lösen.
Hub Assembly endlich weg.






Die Arbeit, die wir eigentlich auf zwei Stunden geschätzt hatten, dauerte am Schluss doppelt so lang. Wie üblich. Ein gebrochener Schraubensplint, die Entdeckung, dass die Schock Absorbers ersetzt werden sollten, und viele, viel Rostflocken später war der Hub Assembly endlich abmontiert.

Die Montage des neuen Teils ging dann merklich einfacher und schneller voran.
Bacchus wieder bereit für extreme Einsätze.