Tuesday, July 19, 2011

Und adieu

Soeben hat sich einer aus Obwalden den Wrack unter den Nagel gerissen. Gestern Abend konnte ich mich kaum halten; die letzten zwei Stunden heute Abend war ich mir plötzlich nicht mehr sicher. Und jetzt tut's mir doch weh, dass ich gezögert habe.
Der erste Zweifel kam auf, als ich überlegte, wie das mit der Einlösung funktionieren sollte. Wechselschild geht für zwei Maschinen. Zweimal 20'000.- und einmal 45'000.- vollkaskoversichern kostet ein Heidengeld. Und richtig bewegen lassen sich knapp zwei Maschinen; was würde ich mit drei machen?
Dann nochmal Geld. Klar, den Wrack hätte ich mir problemlos leisten können. Der Basilisk ist fast fertig bezahlt. Bei der Uly fehlen aber noch einige Tausender. Dann eine dritte Maschine aufbauen? Meine Töffs sind auch so Fässer ohne Boden; muss ich da wirklich übertreiben?
Zuletzt die Frage, was mit der Uly passieren soll, wenn die XB9 wieder im Beast-Kleid aufgebaut wird. (Was anderes käme kaum in Frage.) Müsste ich doch wieder ein neues Design machen für die Uly; beim Basilisken hat's schon zwei Jahre gebraucht, bis ich zu einer Idee kam, die mir richtig gefiel.
Aber die Kleine war noch gut in Schuss! Heckstreben, Sitz, GFK, Frontpartie. Alles in allem Materialkosten von ca. 2'000.- Airbrush noch ein Tausender oder so. Mann mann mann.

Mensch, es ist doch nur eine Maschine. Was reg ich mich auf.

Monday, July 18, 2011

Wiedersehen

Ich sagte allen, ich werde sie nie mehr sehen. Ich dachte, die Fotos vom Unfall wären meine letzte Erinnerung an Beast Nr. 3
Und dann das. Zitat von Buellowner Phipu:

Wem gehörts???

Schade um das schöne Ding!
Gigantisch die Laufleistung des Motors in so kurzer Zeit...

http://auto.ricardo.ch/kaufen/fahrze...w/an650410954/

Kennt Jemand das Töff???

Mir stockte der Atem, als ich die Bilder im Ricardo sah. Meine Kleine, meine geliebte kleine XB9SX...















Sofort-Kaufpreis: 3'200.- Noch keine Gebote; der Startpreis ist 2'700.- Der Zwischenhändler hat sie für 2'500.- bekommen. Im Ricardo fragt schon der erste, ob er nur den Topf haben könne...
Seit zwei Stunden versuche ich, einen guten Grund zu finden um sie NICHT zurückzukaufen. Ich rief sogar meine Mutter an in der Meinung, sie könnt's mir vielleicht ausreden. Sie erwähnte Geld, Platz, schlechte Erinnerungen... Sie überredete mich, wenigstens drüber zu schlafen.
Das Geld dazu hab ich. Für den Kauf, mein ich, nicht den Wiederaufbau. Der würde einiges kosten und würde, wie bei Silver/Basilisk ein Weilchen auf sich warten lassen. Aber bis es so weit ist hab' ich Platz für den Wrack in meiner Garage. Und schlechte Erinnerungen? Im Gegenteil! Mit dieser Maschine hab' ich in anderthalb Jahren 50'000 km abgefahren und halb Europa durchquert. Sie war meine stetige Begleitung, als ich vom Elternhaus auszog, mein jetziger Job fand, die neue Stelle antrat, und überhaupt mein ganzes Leben umkrempelte. Sie hat mich nie im Stich gelassen. In dem Motor stecken viele, viele Erinnerungen und Erfahrungen.

Monday, July 11, 2011

Farbwahl

Samstag/Sonntag stattete ich dem schönen Hallertau wieder mal einen Besuch ab. Ich fuhr um 8 Uhr bei mir los, gönnte mir eine längere Mittagspause in einem gemütlichen Biergarten bei Wieling (Lindenhof, hiess es glaub. Grad rechts an der Hauptstrasse. Man isst sehr gut dort) und kam um 15 Uhr 40 bei Keppi und Eva an. Es war ganz ungewohnt, die Garage geschlossen zu sehen, aber bei den Temperaturen verstand ich den Keppi schon. Begrüssung, Dusche, einige Tausender überreicht, und damit ging’s schon los mit dem Thema Basilisk-Umbau. Eva hatte Farbmuster besorgt, und ich durfte aus etwa 150 Grün- und Blaugrüntöne die Farbe für Rahmen, Schwinge und Design auf dem GFK aussuchen.

Ich hatte zwar schon mal eine Farbe ausgewählt, aber da dachten wir noch, dass der Rahmen gepulvert wird. Keppi hat aber gemerkt, dass Lackieren die bessere Idee ist, und darum hatte ich die Qual der Wahl.

Am Sonntagmorgen, nach vielen Vergleichen und Augenscheine in diversen Lichtstärken, hab ich mich für einen hübschen Farbton entschieden, der nicht zu hell (olivgrün) oder zu dunkel (Weihnachtsgrün) ist, und neben schwarz bzw. weiss weder vergraut noch vergilbt.

Die Maschine ist in Einzelteile; jetzt wo ich die Farbe ausgesucht habe können Rahmen und Schwinge lackiert werden.

Eva meinte, die ganze Farbgeschichte – also Rahmen, Gabel, und GFK – kostet zwischen zwei und dreitausend Euro.

Passt.

Ich brachte meinen Vorschlag, dass die Hintergrundfarbe vom GFK nicht Glitzersilber sondern Glitzerweiss sein sollte, um das Grün besser zur Geltung bringen zu können. Eva hatte die Idee auch schon gehabt, also überlegen wir ähnlich.

Mit einem Ausdruck des Musters auf Papier, Schere und Klebstreifen bastelten wir dann das Design aufs GFK, damit wir uns konkreter vorstellen konnten, wie das alles am Schluss aussehen sollte.

Keppi meinte, der GFK sei nicht symmetrisch, aber dass könnten wir mit dem Design, v. a. auf dem Heck, vertuschen.

Die Sache mit der Maske haben wir nochmals diskutiert, und ich beharrte auf den Razer von Streetfighters Switzerland. Nur: ich habe soeben entdeckt, dass die Maske schon mal, und zwar vor kurzem, auf einer Buell verbaut worden ist. Von Streetfighters Switzerland, und erst noch mit „meinem“ Airbox Cover.

Ist mir gar nicht recht, das. Aber erstens werden sich meine und die von SS kaum je kreuzen, zweitens sind unsere Lackdesigns komplett anders, und drittens, es ist eine geile Maske. Also basta und weiter im Text.

M-Lock statt herkömmlicher Zündschlüssel.

Beim Deckel Primärgetriebe will ich die XB-Variante, ganz schlicht.

Zündungsdeckel trägt der Namen der Maschine in einer schönen Schrift mit Rankendekor; Eva hat die Unterlagen dazu.

Beim Lenker gibt’s einen konifizierten LSL.

Die Auspuffanlage wird statt Free Spirits wahrscheinlich eine QuatD. Gut, denn letztere kommt mit Zulassung.

Ölprüfstab – da hat Rizoma endlich was Schönes auf dem Markt gebracht.

Griffe – Barracuda. Nicht ganz so elegant wie Rizoma, dafür exklusiv und viel angenehmer zu fahren.

Blinker – Oberon, wie geplant. Leider hat sich eine andere Blinkersorte, die ich im Fighters entdeckte, als Leerlauf erwiesen.

Untertray von den Bärner Hoble mit eingelassener Nummernschildhalterung.

Fahrwerk wird von Instrukta überarbeitet; das Paket wird nächste Woche abgeschickt.

Der Sattel wird aus Leder sein mit Lasergravur – ein Einzelstück.

Ich freue mich wahnsinnig wenn ich mir das Ding in fertigem Zustand vorstelle. Ich glaube zwar nicht mehr, dass der Basilisk dieses Jahr noch fertig wird. Aber das Projekt läuft stetig weiter, und ich hab dem Keppi ja gesagt, er soll sich Zeit lassen. Meine Maschine hat schon von manchem profitiert, das er in der Zwischenzeit bei anderen Buells bemerkt oder dazugelernt hat (z. B. eben das mit lackieren statt pulvern).

Sunday, July 3, 2011

Ride Icon

Ich habe seit ca. einem Monat eine neue Lieblingsmarke für Töffausrüstung. Im Moto Corner Matzingen kaufte ich mir ein neues Lederkombi, da meine "alte" (grad mal zwei-jährige, aber in diversen Stürzen grob beschädigte) von AlpineStars in Sardinien geblieben ist. Dabei entdeckte ich die geilste Textiljacke, den ich je gesehen hatte. Schwarz mit silbernen Ranken. Die knapp 400.- gab ich gerne aus (und erntete gleich ein Kompliment dafür, als ich damit zur Arbeit kam).
Icon, die US-Marke für Stunters und Superbikers, kannte ich vom Namen her von Stuntride Magazine. Hab mir aber vorgestellt, dass die Ware, typisch Ami, eher zum Posen als zum richtig fahren taugt.
Weit gefehlt, Mädel. Es taugt für beides, und wie.
Auf E-Bay hab' ich einen Laden gefunden, der gratis international spediert. Ich besorgte mir ein Paar schwarze Bombshell Boots - hätte echt nicht gedacht, dass man in Hacken fahren kann, aber es geht gar nicht übel - und den Variant Helm in blau.
Der Helm ersetzt den Schoei, den ich seit 4 Jahre jeden Tag anhabe und entsprechend marode aussieht. Ich behalt ihn für den Notfall, aber der Icon ist ab jetzt mein Standard-Kopfschutz. Ich bin's mir gar nicht gewöhnt, kaum Windgeräusche in den Ohren zu haben und dass Brummeln der Maschine als Schnurren wahrzunehmen.
Langer Rede kurzen Sinn: Geil. Icon macht wirklich gutes Zeug. Das nächste auf meiner Einkaufsliste sind die Timax Handschuhe mit Metalleinsätzen.

Link

Friday, July 1, 2011

Ich bin reich!

Die Versicherung hat gezahlt! Ich hab' massenhaft Geld auf dem Konto.
Noch.
Ich habe bereits drei Überweisungen für den Montag angeordnet. Erstens eine Zahlung an Dad, da er mir während meine Sardinienferien den Basilisk-Motor bezahlte. €3450.- kostete die Arbeit von Lucky Hands. (Die Zahlung wollte Keppi sofort, damit er den Motor noch vor den X-Camp holen konnte. Netterweise sprang Dad für mich ein.) Zweitens eine grössere Überweisung an mein Sparkonto, damit ich wieder Geld auf der Seite habe. Und drittens hab ich gleich neue GFK-Teile bei Frank Parts bestellt: Airbox Cover, Lufthutzen, Sitzabdeckung und Hinterradfender. Hach, wie ich mich freue, dass die Uly bald zum Beast wird.
Jetzt muss ich morgen früh schauen, ob ich einfach so €5000 am Geldautomat abheben kann. Wenn ja, toll - dann geht's dieses Wochenende doch in den Hallertau. Wenn nicht, halt nächsten Samstag.
Ich liebe es, wenn Pläne plötzlich Realität werden.

Saturday, June 18, 2011

Gardone Riviera

Nach zwei verrückten (im allerpositivsten Sinn) Arbeitstagen am Montag und Dienstag hatte ich am Dienstagabend plötzlich das Verlangen, in den Süden zu fahren. Die Wettervorhersage konnte kaum besser sein, und seit das abrupte Ende meiner Sardinienferien hatte ich Nachholbedarf.
Den schönen Mittwoch verbrachte ich noch bei der Arbeit, aber am Donnerstagmorgen früh um 6 Uhr 30 war ich im Sattel Richtung Bündnerlang unterwegs.
Als Ziel hatte ich den Gardasee gewählt. Ich wollte Sonnenschein, sommerliche Temperturen und Palmen. Wie gesagt, Sardinien fehlte mir.
Ich folgte die Landstrassen bis Chur, heizte über Lenzerheide, den Albulapass und sah noch den Schneefall über den Julier als ich links zum Bernina abbog. Den Julier mag ich gar nicht. Immer kalt, immer nass, irgendwas fällt dort dauernd vom Himmel...
Als ich die Abzweigung nach Livigno sah baute ich einen Schwenker über Bormio ein. Das hätte ich lieber sein lassen sollen, denn beim Zoll vom Foscagno regnete es. Von Bormio bis Edolo kam das Zeug runter, und ich verfluchte die Vorhersage, die wieder mal gar nichts hielt, was sie versprach.
Nach den Tunnels der Hauptstrasse 42 wurde es langsam wieder trocken und wärmer. Eine Ehrenrunde über Garda brachte einige Kurven in die Talgerade. In Breno hielt ich an, um meine Karte zu studieren, und ein netter älterer Herr hielt an und fragte mich, ob ich zum Croce Domini wollte. Der kannte wohl seine Töfftouristen, denn genau dort wollte ich hin. Dank seiner Beschreibung fand ich problemlos zum Pass. Dort war endlich wieder Schräglage angesagt, und ich erkannte, dass ich mit meinem BMWler schon zweimal dort durchgefahren bin. Da der Himmel dunkel war und ab und zu nervige Spritzer runterliess entschied ich mich gegen die Schotterpiste und kam in Bagolino runter. Am Lago d'Idro vorbei, nach Salo - endlich sah ich richtig blauen Himmel und mein feuchter Lederkombi trocknete schnell. Hier war anständiges Sommerwetter.
Ich hatte mich schon vor Abfahrt entschieden, in Gardone Riviera zu übernachten. Der Name gefiel mir einfach. Im Dreistern-Monte Baldo fand ich Unterschlupf. Nach ca. 450 km mit lediglich einer Schoggipause und eine halbe Stunde Mittagessen war meine brave XB sicher auch froh, dass sie mal in Ruhe ihr Lüfter laufen lassen konnte. Ich war jedenfalls müde, und fast so dreckig wie meine Maschine.
Nach Bezug meines Zimmers (mit Seesicht!) und einer Dusche fühlte ich mich schon besser.

Es war etwa 17 Uhr, also zu früh zum z'Nachtessen. Ich nahm mein Buch und spazierte der Seestrasse entlang, bis ich zu einer Lounge kam, wo ich mir zwei Ultraviolet Cocktails gönnte, dem Verkehr zuschaute und las. Richtig entspannend, das ganze.
Das Essen später im Hotel war teuer, aber entsprechend gehoben und gut. Entenbrust mit Zucchini war der Hauptgang. Gegessen wurde auf der Terrasse.

Am nächsten Morgen, ausgeruht und wieder mit Kribbeln in der Gashand, kam ich erst nach 8 Uhr los, da die Reception dementsprechend spät besetzt war. Machte aber nichts; bis ich losfuhr war die Strasse wieder trocken (in der Nacht hatte es geregnet). Der Verkehr war langsam, liess sich aber meistens gut überholen. Ich fuhr die Seestrasse bis Riva del Garda. Sie ist zwar nicht ganz so kurvig wie die Strassen am Hang, aber auch nicht schnurgerade und überhaupt, es war so schön am See...
In Riva ging's link weg Richtung Terme di Comano, und von dort an wurden die Flanken der Z8 deftig beansprucht. Ich sag's nochmal: Der Pneu ist einfach geil. Wenn er 6000 km überlebt hab' ich einen neuen Lieblingsfinken.
Das Wetter war alles, was für den Donnerstag versprochen worden war. Warm, blauer Himmel, kein Tropfen Regen. Zum fahren einfach genial.
Nach Madonna die Campiglio nahm ich den Passo di Tonale, der zu meinen Lieblingsstrecken überhaupt gehört. Dann die Gavia rauf - die war oben dermassen vernebelt, dass ich nicht schneller als 30 km/h fuhr. Schnee gab's auch noch.

In Bormio wurde getankt, und dann hiess es arrivederci, bella Italia. Spitzkehrenübungen im unteren Teil des Stilfserjoch, etwas fahren im Dreck auf der Umbrail, dann Z'mittag nach Sta. Maria. Der Ofenpass (wieder ein Favorit, schon von der Landschaft her) war viel zu schnell abgefahren; dafür durfte ich auf der Flüela etwa eine Stunde sitzen, bis die Tour De Suisse passieren konnte.


Die Velofahrer interessierten mich gar nicht, dafür die verschiedenen Polizeitöffs, die im Einsatz waren. Bündner natürlich, Zürcher, Aargauer, Schaffhauser - aber keine Thurgauer. Die Aargauer haben die Kontrollschilder AG 1 bis (mindestens) 10 für ihre Blaulicht-BMWs reserviert. Die Nummern wären besser aufgehoben auf Custom-Bikes und Streetfighters, sag' ich.
Via Liechtenstein kam ich nach St. Gallen. Am Abend war noch ein OWG-Treffen; ich kam etwa um 17 Uhr 30 an, ohne dass ich vorher noch bei mir zuhause vorbeischaute. Bei der Heimfahrt von Widnau wurde ich dann verregnet, also nicht mal der Tag ging ganz trocken zu Ende, aber egal. Das waren 900+ wunderbare Kilometer. Ich muss das wiederholen.

Wednesday, June 8, 2011

Dritter Satz durch

Gestern Abend schaute ich mir mal meine Pneus an. (Das heisst, ich schau mir fast nach jeder Fahrt den Hinterpneu an. Da gibt’s einen winzigen Angststreifen der einfach nicht weg will.) Seit drei Wochen ist die Uly in meinem Besitz; über 4500 km hat sie schon auf dem Tacho.

Und der Vorderreifen ist an den Flanken durch.

Grmbl. Bisher war der Pirelli Scorpion zusammen mit dem Conti RoadAttack den langlebigsten Pneu, den ich kannte. Aber das gilt wohl nur bei Winterbetrieb.

Ein Satz Z8 ist bestellt beim Remo von R + R; will doch mal sehen, wie lange die hält.