Friday, December 17, 2010

Abstinenz

Seit drei Monaten hab' ich nichts mehr reingeschrieben! Schlimm. Das heisst nicht, dass ich seit drei Monaten nicht mehr fahre. Nein, bis Mitte Oktober ging's gut. Dann kam der erste Schnee. Früh dieses Jahr, hiess es von solchen die es wissen müssten.
Na toll. Noch während zwei Wochen konnte ich zumindest teilweise mit dem Töff zur Arbeit. Dann kam sie nur noch am Wochenende rause. Und dann, Mitte November, war definitiv fertig. Die letzte Ausfahrt war kurz, nur eine Stunde lang, quer durch die Appenzellen. Kalt war's auch. Am nächsten Tag war die Zufahrt wieder mit Schnee bedeckt.
Und heute Morgen sah's so aus:


Ach ja, darf ich vorstellen. Mein Schutzengel und guter Geist des Winters: Bacchus. Dodge Dakota, Jg. 1997, bald 100t km, Benzinverbrauch im Schnitt 20 Liter pro 100 km. Ein Schatz.
Eine V8 ist was schönes, aber nach vier Wochen Abstinenz, das längste, was ich bisher je ohne Töff war, krieg ich's langsam wieder mit der Ungeduld zu tun.

Thursday, September 23, 2010

Kundenservice, grossgeschrieben

Montag morgen, 6 Uhr früh. Das Beast bleibt mit Riemenriss stehen. Ich erinnere mich an Ronny’s Worte von vorletztem Sonntag: „Palt das im Aug, wird langsam spröd.“

Ja, und beklagen darf ich mich auch nicht, denn 34'410 km ist ein Rekord für mich. Bisher waren die Belts nach 18 resp. 20 tausend Kilometer durch. Aber mühsam war’s trotzdem, 12 km von daheim und gut 70 km von der Arbeit weg. Der Transport zum nächsten HD-Händler wurde problemlos über die Buell Assistance arrangiert – dass die das gut machen wurde mir schon mal unter Beweis gestellt. Nur blöd, dass die Gerald Vogel AG in Weinfelden montags zu hat.

Ein Anruf am Dienstagmorgen brachte dann zutage, dass sie auch kein Antriebsriemen an Lager hatten, und eine „Eil“bestellung werde frühstens am Freitag geliefert.

Bis Freitag ohne Töff, sprich praktisch ohne Transportmittel? Ich war halb in Panik, als ich bei meinem Mech in Zürich anrief. Und der schaffte, wie so oft, Abhilfe. Riemen hatten sie an Lager, ja, und jemand würde es nach Weinfelden bringen, damit ich am Abend meine Maschine vom Vogel holen könnte.

Ich hab ganz klar den besten Harley-Mech der Welt.

Sunday, September 5, 2010

Metal side down

25.-29. August: Alpengrollen 2010.
Ich sollte eigentlich über das ganze Grollen ausführlich berichten, denn es war vom Morgen des 24. August, als Jürä, Ronny, Adi, Perricone, BHCB und ich Richtung Weissensee abfuhren, bis 31. August abends, als Perricone und ich uns bei der Tanke Herrliberg verabschiedeten, eine hammergeile Zeit.
Aber ich habe bereits eine Fassung auf Englisch geschrieben, und bei dem lass ich's bleiben. Einen einzigen Foto gibt's vom Beast, nach einem kurvenreichen Tag in der Slowakei und den Dolomiten. Ich hatte zwar meine Kamera dabei, aber da viele andere immer am knipsen waren konzentrierte ich mich aufs fahren. Viele Fotos sind schon hochgeladen, nur Perricone's vermisse ich noch...


Nun kommt hier nur eine Schadenmeldung rein, denn ich habe am 30. August erfahren, dass der Pirelli Angel ST Vorderpneu nach 6500 km im nassen nichts taugt. Profil hatte sie noch; nicht mal bis an den Messbalken abgefahren, und die Strasse war nur feucht, nicht überflutet.
Die Angel verreiste; nach 30 Meter Asphalt kamen Beast und ich im Kies zum Stillstand.
Und, wie sieht eine XB nach 30 Meter Schlitteln auf der Seite aus?

Eingedrückter Krümmer:

Verbogener Bremshebel und ein zerkratzter Beltspanner, der sich nun durchdrehen lässt. Das hatte ich aber schon auf Silver und das ist nicht weiter schlimm.

Ein komplett verbogener Lenker, der gleichentags durch eine Cross Bar in Carbon-Look ersetzt wurde. Ich sehe aber, dass ich füher oder später einen Superbike-Lenker haben muss, denn bei längeren Fahrten merk ich die tiefere, breitere Haltung in den Schultern. Ebenso werde ich zum... fünften oder sechsten Mal neue Rizoma-Griffe und Lenkerenden montieren. Ein neuer Pazzohebel ist bestellt und wird am Freitag beim Service montiert.
Der Frame Puck ist halb weggerissen; der Rahmen hat nichts abbekommen.

Eine fürchterlich zerkratzte und abgeschliffene Schwinge, mittlerweile wieder schwarz lackiert damit's nicht gleich auffällt. Der Pulley hat auch Krätzer abgekriegt und eiert nun ein wenig; ich ersetze es noch nicht.

Zerschundener Bugspoiler:

Aber laufen tut sie noch, einwandfrei.
Am Freitag ist die 32'000 km Service - das Beast wird über 33'000 km haben. Pazzo-Bremshebel und rechter Frame Puck werden ersetzt; der Angel weicht einem Conti Road Attack. (Ich glaube, ich hab' mein Lieblingspneu langsam gefunden.) Aus finanziellen Gründen lass ich den Lenker vorerst mal sein, ausser sie haben eine LSL grad an Lager. Am nächsten Samstag wird der Termignoni montiert mit dem zugehörigen Krümmer, grace à Ronny. Wenn das Geld mal lockerer sitzt besorg ich mir einen neuen Fussbremshebel, vielleicht im Satz von Pfeffi, den Beltspanner und hinterer Pulley von Free Spirits sowie die ganzen Rizoma-Dinger für vorne.

Ein Jahr unfallfrei gefahren und jetzt zeigt auch diese Maschine Kampfspuren. Schade, aber bei 33'000 km sicher keine Schande.

Monday, July 26, 2010

Erste Schritte

Keine zwei Wochen waren vergangen, seitdem ich Silver zu Keppi raufbrachte und ihm den ganzen, na ja, Schrott, übergab. Er hat nicht mal das erste Akonto abgewartet, bevor er sich ans Werk machte.

Wir wissen immer noch nicht, wie das Bike am Schluss aussehen soll. Aber das ist schon mal ein toller Anfang.

Sunday, July 18, 2010

Motorradtransport per Kombi

Letztes Wochenende kam Silver, Wrack seit 20. September 2008, endlich wieder aus dem Keller. Keppi, Buell-Customizer im Hallertau, wird sie herrichten und zu einem rollenden Kunstwerk machen - obwohl, wie das Kunstwerk konkret aussehen soll wissen wir noch nicht so ganz. Freitag vor einer Woche war das Thema sowieso der Transport und nicht die Farbauswahl.
Da Silver immer noch halb auseinander genommen war und ohne Vorderrad dort stand, meinte Dad, wir bringen sie locker hinten rein in den Skoda Octavia, das sei einfacher, als sie im Anhänger vom Onkel Andy reinzurollen und mit dem Anhänger nach Deutschland zu fahren.
Aleks war so nett und tauchte pünktlich um 18 Uhr auf, um mit dem Verlad zu helfen.
Es klappte wie am Schnürli, zu meiner grossen Überraschung.
Ist doch toll, wenn man Männer um sich hat.Aber mit dem Verlad von Silver war's noch nicht getan. In der Bonnie gab es noch eine 12er-Motor, die auch mitsollte. Der Transfer dieses Blocks gab fast noch mehr zu studieren wie den Verlad des ganzen Töffs. Ich war keine grosse Hilfe, auch wenn ich ganz wichtig aussehe bei der Diskussion.

Noch ein bisschen rumhirnen...
Ist halt schon gross und schwer, so ein 1202 ccm Thunderstorm Motor.


Aber Männer schaffen das schon. Sauber abgelegt im Skoda für einen problemlosen Transport nach Deutschland.

Jungs. Sind einfach klasse.

Tuesday, June 15, 2010

Schrüüberle

Grau, verregnet, gar nicht so warm - und trotzdem fanden sich übers Wochenende etwa 30 Buells in einem Allgäukaff ein. Der Pfeffi, Macher von so hübschen Sachen wie erleichterte Schalthebel und gefräste Fersenschutzen, hatte zu einem Schrauberworkshop bei sich in der Bude eingeladen.
Eine Schwette Bueller, inklusive ich, traf sich in Wattwil zur Anfahrt. Der zweite Kontingent gabelten wir an der Grenze auf und fuhren als bollerndes Konvoi ins Allgäu. Es nieselte die ganze Zeit; ich war überrascht von meinen Rokkerhosen. Ausser am Hintern und auf den Knien waren sie innen trocken geblieben. Die waren definitiv ihren 600 Stutz wert.
Beim Pfeffi wurde gleich mal der erste Patient zum schrauben auserkoren. Die XB12 eines Zürchers lief mit vorliebe auf einem Zylinder; den Morgen durch schraubte, fluchte und fachsimpelte man über das Problem, bis es am Nachmittag irgendwie wieder gut war.
Den ganzen Prozess hab' ich nicht mitgekriegt, weil einige von uns auf Entdeckungsreise durch den Allgäu gingen. Der Regen hörte irgendwann auf, und obwohl die Strassen noch ziemlich nass und die Sonne etwas verloffen aussah, mussten wir das doch nutzen.
Unser Tourguide war ein älterer Herr, sicher um die 60, seine Maschine eine altehrwürdige Honda C500CX die prompt "Güllenpumpe" getauft wurde. Ich pflanzte mich gleich in der zweiten Position ein und los ging's.
Nebensträsschen, enge Wege, durch ein Wald wo der Honda um jede Kurve kroch weil der Boden nass und verschmiert war. Ich fand's fast zu gemütlich, der Nässe zum Trotz. Aber ich kannte das Gebiet ja nicht; von dem her find ich's nicht schlimm beim ersten Mal etwas langsamer zu fahren.
Tja, nach dem Tanken ging's dann anders weiter. Die Strassen wurden langsam trocken und die Honda ging plötzlich ab wie ein geölter Blitz. Rechts, links, rauf, runter - man fuhr dort besser wie Schwarzwald! Und überhaupt, dass man eine solche Leistung aus einer solchen alten Schiissi kann rausholen hätte ich nie gedacht.
Der Kalle führte uns über eine fürchterliche Schotterpiste zu einem Restaurant wo wir zu Mittag assen, und dann ging's weiter. Irgendwo verlor ich dann noch meinen Spiegel der schon vorher lose gewesen war; netterweise hatte ein Zuger zwei und bot mir einen Ersatz an, bis ich einen neuen Spiegel besorgen kann.
Bei der zweiten Schorlepause traf unsere Gruppe auf die Buells, die abgefahren waren nachdem beide Zylinder beim Zürcher wieder liefen. Zusammen gingen wir tanken, und dann haute der gesamte Konvoi ab, dort wo wir mit Kalle schon durchgefahren waren.
Werni und ich folgten aber Kalle und lernte so, dass man im Allgäu die Fahrverbotsschilder getrost ignorieren darf wenn man nichts dagegen hat, einige Kilometer auf Sand und Schotter einer Strassenbaustelle zu fahren.
Wir erreichten unsere Bleibe in der Bikermühle um 20 Uhr; der Spanferkel war schon lange fertig gegrillt. Ein Treffen von X11-Treibern war in vollem Gange; irgendwie brachten wir unsere Buells auf dem Kiesplatz noch unter.
Nach Bier und Essen gesellten wir uns zu den Nähmaschinisten, oder eben nicht. Einige von denen legten Burnouts hin; den Motor vom X11 muss man ja extrem hochdrehen, bis man etwas davon hört, und dann tönts immer noch nur wie ein feines Summen.
Ich hab nie so sehr gewünscht, dass ich auch burnen könnte. D.h., mich dazu getrauen. Eigentlich weiss ich ja wie's geht...
Jedenfalls, nachdem drei X11 schwarze Flecken auf dem Burnbrett hinterliessen, kam plötzlich Kalle, stellte seine Güllenpumpe auf das Brett und burnte was das Zeug hielt. Was bei den anderen als Rauchsträhnchen hochgestiegen war kam bei Kalle als regelrechtes Nebelgeschwader auf, und zwar dermassen, dass die Brandmeldeanlage losging. Wir konnte uns kaum halten vor lachen, und bei den X11ern war nachher das Eis gebrochen.
Am nächsten Morgen fuhren ich und drei Zürcher ziemlich früh ab. Ich kam trocken auf die Schwägalp; die anderen wurden noch ein wenig nass aber längst nicht so sehr wie die, die später abfuhren. Leider konnte ich vielen nicht persönlich tschüss sagen, aber wir sehen uns alle wieder am Grollen und mann, ich freu mich drauf.

Saturday, May 22, 2010

Frühling im Sommer


Wir sind fast im Juni und mussten bis jetzt warten um einen wirklich schönen Tag zu erleben.
Blumen sind in voller Blüte, Kühe kommen auf die Almen (heute morgen war Viehtrieb auf der Schwägalp) und jeder Fast-Möchtegern-Töfffahrer war heute unterwegs.
Hat ja lang genug gedauert.